Blockade der Urananreicherungsanlage Gronau

Seit 4.30 Uhr ist die Hauptzufahrt der Gronauer Urananreicherungsanlage blockiert. Rund 50 Menschen beteiligen sich an der Aktion, zwei hölzerne Dreibeinkonstruktionen versperren die Tore, eine Sambagruppe sorgt für musikalische Unterstützung.

Blockade der UAA Gronau, 22.07.2013; Bild: nirgendwo.info

Blockade der UAA Gronau, 22.07.2013; Bild: nirgendwo.info / Pay Numrich

Ab 9 Uhr ist auch eine Mahnwache in der Gronauer Innenstadt (Ecke Schulstraße/Neustraße) angemeldet.

Vom Anti-Atom-Camp in Metelen hatten sich einige Aktionsgruppen aufgemacht, um gegen die fortlaufende Urananreicherung zu protestieren.

„Die Urananreicherungsanlage der Firma Urenco ist nämlich vom angekündigten angeblichen Atomausstieg ausgenommen.“ erklärt Sim aus Münster ihre Aktion. „Es geht uns darum, den Atomkreislauf weltweit zu unterbrechen.“ setzt die Aktivistin fort.

Denn die Firma Urenco produziert ein Viertel des weltweiten Bedarfs an angereichertem Uran.

Das Uran, welches in Gronau verarbeitet wird, wird meist unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen, zum Beispiel in Australien und verschiedenen afrikanischen Ländern. Erst kürzlich berichtete ein Aktivist aus dem Kongo von beobachteten Missbildungshäufungen bei Neugeborenen von Minenarbeitern, die selber auffallend oft chronisch krank sind.

Außerdem ist die Lagerung des Atommülls, insbesondere des jährlich in Gronau in großen Mengen anfallenden abgereicherten Urans völlig ungeklärt. So liegen in Gronau zehntausende Tonnen teilweise unter freiem Himmel.

„Das ist gefährlich und absolut unverantwortlich. Deswegen gehen wir entschlossen gegen diese Anlage mit vielen verschiedenen Mitteln vor.“ kommentiert Uli.

Update: Die Blockade der Urananreicherungsanlage in Gronau ging gegen 20.00 mit einer Abschlusskundgebung vor der Hauptzufahrt erfolgreich zu Ende.

Die Aktivist_innen versammelten sich zum krönenden Abschluss der erfolgreichen Blockadeaktionen zu einer Demonstration und zogen, unterstützt von der Sambaband noch einmal um die UAA. „Wir haben es zum ersten Mal erfolgreich geschafft alle Eingänge zu blockieren und sind froh, dass die Polizei dabei nicht gewalttätig wurde.“ so die  Teilnehmerin Olga.

Seit den frühen Morgenstunden hatten unabhängige Aktivist_innen beide Zufahrten zu der Anlage für den Lieferverkehr und die PKWs der Mitarbeiter_innen vollständig blockiert. Sie protestierten damit gegen die anhaltende Produktion von angereichertem Uran für Atomkraftwerke in aller Welt. Anders als die deutschen Atomkraftwerke ist die Anlage in Gronau – ebenso wie andere Standorte der deutschen Atomindustrie – nicht in die Ausstiegsdebatte einbezogen und soll auch nach Abschaltung des letzten deutschen AKWs weiterhin Brennelemente für AKWs in aller Welt produzieren.

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