Karawane und Radtour für die Stilllegung der AKW

Ab dem 10. August ist es mal wieder soweit: An diesem Tag beginnt die Revision des AKW Brokdorf. Der Reaktordeckel wird geöffnet, um Brennelemente zu wechseln. Der Ausstoß radioaktiver Edelgase wird ungefähr auf das 160-Fache steigen, dabei ist er schon im Normalbetrieb unerträglich hoch: Rund um das AKW Brokdorf erkranken anderthalb mal so viele Menschen an Krebs, wie statistisch zu erwarten wäre. Aus Protest gegen den Weiterbetrieb des Meilers findet ab Samstag eine „Protestkarawane“ statt.

„Bei diesem Brennelementwechsel wird der Reaktordruckbehälter geöffnet und es werden schlagartig besonders viel radioaktive Edelgase freigesetzt“, erklärt Andreas Klann von der Anti-Atom-Initiative im Kreis Pinneberg.

Karawane 2013 Brokdorf - Hamburg

Karawane 2013 Brokdorf - Hamburg

Das ARD-Magazin Plusminus berichtete, dass beim Öffnen des Reaktordeckels für den Brennelementwechsel der Ausstoß der radioaktiven Edelgase innerhalb eines Tages 160-mal so hoch ist wie an normalen Tagen – was einem Drittel des gesamten Jahresausstoßes entspricht. Nach einer Untersuchung des Bundesamt für Strahlenschutz sei die Krebsrate selbst noch in 50 Kilometer Entfernung vom Reaktor erhöht.

Zusammen mit der Anti-Atom-Initiative Pinneberg, Brokdorf-akut und der Göttinger Anti-Atom-Initiative hat die Initiative ausgestrahlt deshalb eine „Karawane gegen das AKW Brokdorf“ organisiert, die am Samstag, 20. Juli am AKW startet. Abschluss ist am Samstag, 27. Juli, um 15.00 Uhr in Hamburg auf dem Rathausmarkt. Die Karawane ist ein Protestmarsch, besondere Aufmerksamkeit erregt sie mit einem Krankenbett, das sie begleitet und die Krebsgefahr durch das AKW symbolisiert.

„Wir haben Zweifel am beschlossenen Atomausstieg“, sagt die Göttinger Anti-Atom-Aktivistin Annette Ramaswamy und kündigt eine Protest-Radtour bis vor das AKW Grohnde an. Am 07. September sollen aus mehreren Städten, u.a. Göttingen, Detmold, Hameln, Bielefeld oder Braunschweig Radtouren bis vor den Meiler führen. Unterwegs soll es Straßentheater, Performances und Musik in den Ortschaften geben. Ab 14 Uhr findet dann eine Kundgebung vor dem Atomkraftwerk statt. Dort ist auch ein Kulturprogramm und ein Zeltlager geplant.

Quellen (Auszug): abendblatt.de, ausgestrahlt.de, anti-atom-initiative-goettingen.de; 18.07.2013

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv