Strahlenunfälle in Japan und Österreich

In einem Nuklearforschungslabor in Japan ist bei einem Experiment Radioaktivität ausgetreten. In Österreich sind bereits vergangene Woche bei zwei Störfällen mehrere Menschen verstrahlt worden. Ein Fass war falsch deklariert worden. Möglicherweise handelt es sich um ein Atommüll-Skandal, wie er in Deutschland Ende der 80er Jahre vorgekommen war.

Atomkraft: Sicher ist nur das Risiko!

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55 Menschen seien von dem Zwischenfall in Japan betroffen, teilte die japanische Atomenergiebehörde JAEA am heutigen Samstag mit, vier Forscher würden medizinisch untersucht. Laut „derstandart.at“ seien die Menschen aber „keiner hohen Strahlenbelastung ausgesetzt gewesen“, es sei ein Höchstwert von zwei Millisievert gemessen worden. Auch werden außerhalb der Anlage keine Strahlenbelastung erwartet. Der Unfall ereignete sich bereits am Donnerstag in einem Nuklearphysiklabor in Tokaimura im Norden Japans. Instrumente seien überhitzt worden, dabei radioaktives Gold verdampft und nach einer Fehleinschätzung durch die Lüftung im Labor verteilt worden.

Am Standort Tokai befindet sich ein umfangreicher Atomkomplex: zwei Reaktoren, von denen Block 1 seit 1998 abgeschaltet ist. Auf dem Gelände stand zudem der „Japan Power Demonstration Reactor“, der 1963 in Betrieb ging und der erste zur kommerziellen Stromerzeugung genutzte Atomreaktor Asiens war. In der Nähe befindet sich die Wiederaufarbeitungsanlage von T?kai mit weiteren Anlagen und kerntechnischen Instituten.

Am 30. September 1999 kam es auf dem Gelände zu einem folgenschweren Unfall. Beim Befüllen eines Salpetersäure-Tanks mit ca. 16 kg hoch angereichertem Uranoxid wurde die Kritikalität überschritten und es kam zu einer nuklearen Kettenreaktion. Mindestens 150 Menschen wurden starker Radioaktivität ausgesetzt, darunter 81 Arbeiter, die die Kettenreaktion stoppen wollten. Zwei von ihnen starben an den Folgen der Strahlungsdosis. Mehrere hundert Anwohner wurden kontaminiert. Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse wird der Unfall auf der Stufe 4 eingeordnet.

Auch in Österreich ist es in zwei Fällen zu Strahlenunfällen gekommen, die möglicherweise zusammenhängen. Die „kleinezeitung.at“ berichtet, dass im Atomforschungszentrums im niederösterreichischen Seibersdorf Anfang Mai zwei Arbeiter erhöhter Strahlung ausgesetzt waren. Aus einem „falsch deklarierten Fass“ war Americium- 241 ausgetreten, ein leicht verformbaren radioaktiven Metall, das ähnlich gefährliche Eigenschaften aufweist wie etwa Plutonium. Es kommt auf der Erde ausschließlich künstlich erzeugt vor. Wegen des falschen Etiketts war die Substanz fälschlicherweise als harmlos eingeschätzt worden.

Das gleiche Fass hat nach Medienangaben auch in der Innsbrucker „Alten Chemie“ für radioaktive Freisetzung gesorgt. Auch hier seien zwei Menschen betroffen. Allerdings hatte man die Strahlung erst zwei Wochen nachdem das Fass von dort nach Seibersdorf geliefert worden war entdeckt. Laut „Kurier“ muss die Halle, in der sich der Behälter befand, abgerissen und neu errichtet werden, von Kosten in Höhe von 500.000 Euroist die Rede.

Atomkraftgegner vermuten einen Atommüllskandal, Ende der 80er Jahre waren in großem Stil in Deutschland Fässer mit radioaktivem Müll falsch deklariert worden. Im Rahmen des „Transnuklearskandals“ wollten betroffene Firmen viel Geld für die Entsorgung sparen. Die Behörden in Österreich seien nun aufgerufen, Abfallgebinde zu kontrollieren um weitere Unfälle zu vermeiden.

  • “Netzwerk” verteilt angeblich Atommüll in ganz Afrika
    22. Mai 2013 – Für radioaktive Abfälle fehlt es weltweit an einer Lösung. Wenn eines gefunden wird, ist sie meist teuer. In Algerien ist Atommüll aus China aufgetaucht, Medien sprechen von einem “Netzwerk”, das strahlende Abfälle angeblich über ganz Afrika verteilt. Eine billige Entsorgungslösung, die seit Jahrzehnten praktiziert wird.

Quellen (Auszug): derstandard.at, de.wikipedia.org; 25.05.2013; kleinezeitung.at, 22.05.2013; krone.at, 03.05.2013

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