27 Jahre Tschernobyl: Proteste u. a. in Lingen, Neckarwestheim, Angarsk und Kaliningrad

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat anlässlich des 27. Jahrestages des Beginns der Atomkatastrophe in Tschernobyl (26. April 1986) zum weiteren Widerstand gegen Atomanlagen und Atomtransporte aufgerufen. “In keinem Land der Welt können Atomkraftwerke und Atomanlagen sicher betrieben werden. Weitere Atomkatastrophen drohen und der Atomausstieg darf nicht auf die lange Bank geschoben werden”, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Als alarmierend wertet der BBU jüngste Informationen über den Sarkophag beim zerstörten Atomreaktor in Tschernobyl. Der Betonmantel, der die radioaktiven Stoffe und die Strahlung im Reaktor einschließen soll, ist einsturzgefährdet. Bei einem Einsturz könnten weitere radioaktive Substanzen aus dem Atomkraftwerk austreten und die Umgebung noch mehr verseuchen.

Für den BBU steht fest, dass es nach Tschernobyl und Fukushima keine Alternative zum sofortigen und weltweiten Atomausstieg gibt. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde bereits am Wochenende bei den Atomkraftwerken in Brokdorf und Grafenrheinfeld, sowie in Ahaus, demonstriert; in Ahaus befindet sich eine Atommüll-Lagerhalle. Weitere Protestveranstaltungen, bei denen auch der zahlreichen Tschernobyl-Opfer gedacht wird, finden morgen u. a. an den AKW-Standorten Lingen und Neckarwestheim statt.

Der BBU ruft zur Teilnahme an den Aktionen und zur weiteren Mitarbeit in Anti-Atomkraft-Initiativen auf.

Der BBU solidarisiert sich auch mit Protesten, die zum Tschernobyl-Jahrestag in Russland stattfinden. So wird z. B. in Kaliningrad gegen den Neubau eines Atomkraftwerks demonstriert. Und auch in Angarsk wird gegen die dortigen Atomanlagen protestiert. In Angarsk wird auch Atommüll gelagert, der aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau stammt. In einem Grußwort des BBU an die Demonstrationsveranstalter in Angarsk heißt es:

„Solange Atomkraftwerke und Atomanlagen in Betrieb sind, sind Leben und Gesundheit der Bevölkerung in Gefahr. Nur die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen kann dazu beitragen, diesem Ziel näher zu kommen. Dafür demonstrieren wir in Russland, in der Bundesrepublik Deutschland und anderswo. Vielen Dank für euer beherztes Engagement in Angarsk. Gemeinsam können wir es schaffen, den nuklearen Wahnsinn zu stoppen.“

Stromwechsel jetzt!

Der BBU ruft nicht nur zur Teilnahme an Anti-Atomkraft-Demonstrationen auf, sondern auch zum Stromwechsel – hin zu einem Stromanbieter, der keinen Atomstrom produziert und nicht mit der Atomindustrie verflochten ist. Der BBU kooperiert dabei mit EWS, den Elektrizitätswerke Schönau. EWS-Strom ist „atomstromfrei“. Dies war und ist eine Bedingung für den BBU, aktiv für EWS zu werben. EWS ist aus der Bürgerbewegung hervorgegangen und hat dies nicht vergessen. Es geht ihnen bei ihrem Ökostrom um viel mehr als nur um Stromverkauf. Über dezentrale Förderprogramme aus dem Ökostromverkauf initiiert und unterstützt EWS lokale Projekte. Wichtig ist EWS, das ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement in das wirtschaftliche Handeln mit dem Ziel zu integrieren, eine breite Bürgerbewegung für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Gang zu setzen durch eine nachhaltige Wirtschaftsweise im Interesse auch der nachfolgenden Generationen. Weitere Informationen zur BBU-Stromwechselkampagne unter http://www.bbu-online.de/EWS/EWS1.htm. Weitere Fragen können unter Tel. 0228-214032 an die BBU-Geschäftsstelle gerichtet werden.

Quelle: PE BBU, 25.04.2013

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