Atomkraftgegner empört über geplanten Einsatz von Plutonium-Mox-Brennelementen im AKW Grohnde

Atomkraftgegner sind empört über einen für April geplanten Einsatz von acht plutonium-haltigen MOX-Brennelenmenten im AKW Grohnde. Der Atomkonzern E-On-Kernkraft will in der Revisionszeit vom 5. April bis zum 9. Mai dieses Jahr acht der 16 Brennelemente einsetzen, die letztes Jahr im September und November gegen den heftigen Widerstand von Atomkraftgegnern angelieferten worden sind.

Proteste gegen MOX-Schiff, Nordenham, 18.11.2012 / Bild: publixviewing.de

Proteste gegen MOX-Schiff, Nordenham, 18.11.2012 / Bild: publixviewing.de

„E-On provoziert damit viele zusätzliche Gefahren: zum Beispiel ist die Neutronenstrahlung der MOX-Brennelemente höher, die den Versprödungsprozess des Reaktordruckbehälter noch verstärkt, dabei ist der Behälter sowieso schon aus einer besonders rissanfälligen, alten Stahlsorte gefertigt worden“, warnt Andreas Rohrmann von der Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten!“. „E-On muss auf den Einsatz der MOX-Brennelemente verzichten, ansonsten muss die Niedersächsische Atomaufsicht einschreiten und den Einsatz von MOX-Brennelementen verbieten.“

Die Atomaufsicht war in Niedersachsen unter dem FDP-Umweltminister Birkner hinter die Aufklärung zurückgefallen. Dies belegt nach Ansicht von Atomkraftgegnern die Beantwortung einer Anfrage der LINKEN im April 2012. Dort hatte das Umweltministerium tatsächlich behauptet, dass es bei der Druckprobe des Sicherheitsbehälters des AKW Grohnde keine Rolle spielen würde, ob sich ein als Risiko angeprangerter Druckstoß in 62 Stunden oder in 17 Sekunden aufbauen würde.

„Damit haben die Beamten des Umweltministeriums einfachste Naturgesetze ignoriert und sind hinter die Aufklärung zurückgefallen“, meinen die Atomkraftgegner. „Spätestens durch den Reaktor-Unfall von Fukushima hätten die Beamten vom Glauben ‚Die Erde ist eine Scheibe und Atomkraft ist sicher‘ abfallen müssen.“

Am 09. März, dem 2. Fukushima-Jahrestag, hatten sich 20.000 Menschen an einer Aktions- und Menschenkette beteiligt, um vor den Gefahren des AKW Grohnde zu warnen.

  • Gefahr MOX-Brennelemente
    Mischoxid-Brennstoff: Sie sind der Inbegriff für den Mythos des “geschlossenen Brennstoffkreislauf” für Atomkraftwerke: Aus verbrauchten Brennelementen wird in Wiederaufarbeitungsanlagen das Uran und Plutonium herausgelöst, um schließlich daraus wieder Brennstäbe zu fertigen. Eine Art “Recycling” mit dem bitteren Beigeschmack, da ein hochgefährliches Produkt mit Nebenwirkungen dabei entsteht. Atomkraftgegner fordern daher den sofortigen Stopp der Plutonium-Wirtschaft!
  • 27.700 fordern: “Alle Atomanlagen abschalten!”
    9. März 2013 – Eine klare Forderung des Protests am heutigen Tag von Norddeutschland bis Süddeutschland: Alle Atomanlagen abschalten! Anlässlich des 2. Jahrestages der Katastrophen von Fukushima demonstrierten zehntausende gegen Atomkraft.
  • Nach massiven Protesten erreichen Plutonium-Transporter AKW Grohnde
    18. November 2012 – Das Atom-Schiff “Atlantic Osprey” mit plutoniumhaltigen Brennelementen für das niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde an Bord erreicht unter Begleitung von Atomkraftgegner den Zielhafen Nordenham. Von dort rollt die radioaktive Fracht über Autobahnen zum AKW. Viele Stunden harren Aktivisten am Anleger und vor dem AKW aus, dutzende Traktoren unterstützen Sitzblockaden. Die Polizei bekommt Probleme und setzt sich am Ende mit Gewalt durch. Wir fordern: Atomanlagen stilllegen! MOX sofort verbieten!

Quelle (Auszug): PE grohnde-abschalten.de, 27.03.2013

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