Repressionen: Indische AKW-Gegnerin gestorben / Petition gegen Verhaftungen in Japan

Eine Frau, die sich in der indischen Anti-Atom-Bewegung gegen den Bau von Atomkraftwerken engagierte, ist im Gefängnis gestorben. In Japan werden Menschen verhaftet, die gegen die Verbrennung von Fukushima-Schutt protestierten. Eine internationale Petition soll helfen.

Frau J. Roslin (63) aus dem indischen Idinthakarai ist gestorben. Sie wurde am 10. September 2012 bei einer Razzia der Polizei am Strand von Idinthakarai nach dem Zufallsprinzip festgenommen und bis 30. Oktober im Knast festgehalten, besichten Medien. In dieser Zeit wurde ihr jegliche medizinische Versorgung verweigert, obwohl ihre schwere Krankheit bekannt war. Eine andere Meinung zur Atomenergie zu haben wird in Indien als Verbrechen geahndet und sie wurde angeklagt einen „Krieg gegen die Regierung von Indien“ zu führen.

Japan macht nach der Wahl von Atomfreund Shinzo Abe zum Premierminister einen industriefreundlichen Schwenk: „sichere“ Meiler sollen wieder ans Netz gehen dürfen. Zur Zeit sind bis auf zwei alle weiteren AKW abgeschaltet. Die Fukushima-Katastrophe hatte eine Diskussion um Atomausstieg und Sicherheit entfacht. Die könnte nun vorbei sein, denn Abe will sogar neue AKW bauen.

Unterdessen werden bei Anti-Atom-Protesten, die weiterhin von der Mehrheit der japanischen Bevölkerung unterstützt werden, immer wieder Menschen verhaftet. In den vergangenen Wochen sind mehrere Demonstranten in Osaka festgenommen worden, die gegen die Verbrennung von kontaminiertem Schutt aus der Fukushimaregion in der Müllverbrennungsanlage am Rand von Osaka protestiert haben. Der deutscher Physiker und Bürgerrechtler Sebastian Pflugbeil meint, diese Verhaftungen seien völlig überzogen, die Leute säßen immer noch in Untersuchungshaft. Für die Freilassung gibt es im Internet eine Petition, die auch die international bekannte AKW-Kritikerin Dr. Helen Caldicott unterstützt:

Quellen (Auszug): taz.de, anti-atom-Mailingliste; 27.12.2012

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