Aufruf: Dieses Jahr den MOX zum Castor machen!

Wir dokumentieren den Aufruf von verschiedenen Anti-Atom-Gruppen zum erwarteten MOX-Transport: Im November soll ein zweiter Transport hochgefährlicher Plutonium-Mischoxid-Brennelemente aus dem berüchtigten Sellafield über den Hafen Nordenham zum AKW Grohnde erfolgen. Die Protest-Szene war beim ersten Transport noch überschaubar: bei der X-minus Auto- und Fahhrad-Korso von Hameln zum AKW Grohnde am 9.Sept. waren schon 400 Leute beteiligt, gleichzeitig hatten 50 Leute den Anleger in Nordenham erkundet.

Beim ersten Transport gab es ein buntes Protestprogramm direkt am AKW, mit Treckern, Mahnwachen, Voküs und vereinzelten Blockaden – zwar nicht das Wendland, aber immerhin ein guter Anfang. Die Polizei war entsprechend massiv vor Ort, hat allerdings die Proteste weitestgehend gewähren lassen.

Warum zum MOX-Transport mobilisieren?

DER MOX-TRANSPORT BIETE ANGRIFFSFLÄCHE OHNE ENDE:

Eine Wiederaufbereitungsanlage verseucht die Umwelt durch radioaktive Abluft und Abwasser (über 1. Mio. Liter pro Tag). Greenpeace hatte z.B. in La Hague im Jahr 2000 11.000 Becquerel pro Gramm Cobalt 60 im Abwasser und 93.000 Becquerel gemessen Krypton-85 in einem m3 Abluft.

MOX-Fabrik Sellafield produziert fast nur Schrott: statt 120 Tonnen/240 Brennelemente schaffte die Anlage nur 1,1 Tonnen pro Jahr. Statt ein Monat dauerte es von 2007 bis 2010 die 16 plutoniumhaltigen MOX- Brennelemente für das AKW Grohnde herzustellen.

TRANSPORT MIT SCHROTT-KAHN

Als Schiff wurde die Fähre „Atlantic Osprey“ gewählt, ein Schiff, das schon kurz vor der Verschrottung stand wurde das Sonar-System bereits in ein anderes Schiff eingebaut. Außerdem fehlt dem Schiff eine doppelte Hülle, ein Querschott gegen eindringendes Wasser und es hat auch keinen 2. Antrieb. Das sind klare Schwachpunkte bei einem Transport mit hochgefährlichem Plutonium!

SCHIFF KANN MAN NICHT VERSTECKEN!

Im Gegensatz reinen Landtransporten lässt sich ein Schiff im Hafen schlecht verstecken, d.h. die Abfahrt des Schiffes ist 3-5 Tage vor Ankunft in Nordenham bekannt! Es gibt bei grohnde-abschalten.de und ausgestrahlt.de einen SMS-Verteiler, in dem Du Dich eintragen kannst.

TRANSPORT MIT LKWS „HOCHGEFÄHRLICH“

Die 8 MOX-Brennelemente enthalten zusammen 132 kg Plutonium! Wird nur der kleinste Teil davon durch ein Unfall mit Aufprall oder Brand frei reichen schon 2 Millionstel Gramm Plutonium eingeatmet aus, um Lungenkrebs auszulösen. Der Behälter ist nur auf einen 30 minütigen Brand bei 800 ° C ausgelegt, Brände dauern aber meistens mehrere Stunden, bis sie gelöscht werden und Propangas verbrennt bei 2000 °C.

EINSATZ DER BRENNELEMENTE IN AKWS BEDEUTET „UNKALKULIERBARES RISIKO“

Über die sowieso vorhandenen Risiken des sogenannten „Normalbetriebes“ kein ein Unfall im AKW mit MOX-Brennelementen schneller außer Kontrolle geraten und die Auswirkungen wären durch die Freisetzung von Plutonium schlimmer.

ABGEBRANNTE BRENNELEMENTE STRAHLEN DOPPELT SO STARK

Nach dem 3-4 jährigen Einsatz im AKW strahlen MOX-Brennelemente über Jahrhunderte fast doppelt so stark wie normale Uranbrennelemente, und keiner weiß heute, wie man mit dem Atommüll umgehen soll.

BIS 2019 SOLLEN NOCH 244 MOX-BRENNELEMENTE IN DEUTSCHE AKWS EINGESETZT WERDEN

Die nächsten MOX-Transporte sollen 2013 bis 2015 zum AKW Brokdorf gehen, Isar-2 bis 2014, Neckarwestheim 2 ab 2016, und Gundremmigen B + C 2018. Die Transporte können dann aus Dessel (Belgien) oder Marcoule (Frau) kommen.

  • Demonstrationen am 03.11. in Nordenham und Grohnde!

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