Weiterer Rückschlag für britische Atompläne

Die britische Regierung will bei der zukünftigen Energieversorgung vor allem auf Atomenergie setzen. Doch es fehlen Unternehmen, die investieren wollen. Nach der Absage von E.On und RWE macht nun auch der französische Atomkonzern Areva einen Rückzieher, berichtet das Handelsblatt.

Die Energiekonzerne Eon und RWE hatten im März 2012 aus Kostengründen ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien aufgegeben. Das 2009 gegründete Joint Venture “Horizon”, auf der Grundlage bereits zwei Grundstücke erstanden wurden, sollte verkauft werden. Seit der Gründung von Horizon hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, Milliardeninvestitionen die sich erst in vielen Jahren auszahlten, seien den eigenen Investoren kaum noch zu vermitteln.

Nun kündigt auch der französische Areva-Konzern und sein chinesischer Partner CGNPC an, kein Interesse an einem Erwerb von Horizon zu haben. Areva und Guangdong Nuclear Power Corporation Holding (CGNPC) haben die Frist zur Abgabe einer Offerte für das Joint-Venture vergangene Woche verstreichen lassen, so das Handelsblatt.

Ursprünglich wollten die Konzerne bis 2025 neue Atomkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt errichten. Das Investitionsvolumen hätte sich auf umgerechnet rund 18 Milliarden Euro belaufen. Nun sind diese Pläne wieder völlig offen.

  • Keine Akzeptanz: RWE und Eon geben AKW-Pläne in Großbritannien auf
    29. März 2012 – Die Energiekonzerne Eon und RWE geben aus Kostengründen ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien auf. Das 2009 gegründete Joint Venture “Horizon” soll verkauft werden. RWE und Eon hatten sich 2009 bei einer Auktion zwei Standorte für neue Kraftwerke gesichert. Atomkraftgegner gratulieren zu der Einsicht, dass der Bau neuer Atomkraftwerke nicht durchsetzbar ist.
  • AKW-Boom in England?
    5. Juli 2011 – England hält auch nach Fukushima am Bau von neuen Atomkraftwerken fest. Die britische “nationale Nuklear-Planungsrichtlinie” nannte acht potenzielle Standorte im ganzen Land, die für den Bau neuer Atomkraftwerke bis 2025 geeignet sind. Das Land müsse laut Minister of State for Energy bis 2020 ein Viertel der Stromerzeugungskapazitäten mit “sicherer, kohlenstoffarmer, bezahlbarer Energie” ersetzen – und plant deshalb den Bau von neuen Atomreaktoren. RWE und E.ON als mögliche Investoren sind bereits abgesprungen.

Quelle (Auszug): handelsblatt.com, 03.10.2012

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