„Ein hangeln vom Genehmigung zu Genehmigung“ – Ahaus vom Zwischenlager schleichend zum Endlager

Mit wenig Überraschung haben die Anti-Atom-Initiativen im Münsterland die Äußerungen der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) aufgenommen. Die Genehmigung für den schwach- und mittelradioaktivem Abfall, der seit 2010 in das Zwischenlager in Ahaus eingelagert wird, läuft 2020 aus. Der niedersächsische Umweltminister Birkner hat am 7. Juni bereits eingeräumt, dass das für diesen Müll vorgesehene sog. Endlager Schacht Konrad frühestens 2024 fertiggestellt sei. Der Pressesprecher des BZA teilte daraufhin lapidar der Öffentlichkeit mit, dass in so einem Fall eine Verlängerung der Genehmigung beantragt wird. Die Bezirksregierung in Münster teilte den Anti-Atominitiativen mit, dass jedoch eine Verlängerung der jetzigen Genehmigung nicht möglich sei. Es müsse drei Jahre vor Ablauf der alten Genehmigung ein komplett neues Genehmigungsverfahren eingeleitet werden.

Protest gegen das Zwischenlager Ahaus im Mai 2008Nach dem Desaster in der Asse, dem Scheitern von Morsleben und Gorleben, ist auch die Eignung des ehemaligen Bergwerks Schacht Konrad infrage gestellt.

„Unsere Befürchtung, das Ahaus zu einem Endlager für Atommüll aus ganz Deutschland wird bestätigt sich wieder einmal. Das Entsorgungschaos der Hinterlassenschaften der Atomindustrie wird mit jedem Tag offensichtlicher. Niemand weiß, wohin mit dem Atommüll. Somit wird sich wie bei den Jülicher Brennelementkugeln von Genehmigung zu Genehmigung gehangelt oder ziellos der Müll durch die Weltgeschichte transportiert“, so Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll nach Ahaus“. „Nachdem die GNS in Duisburg ungehindert ihre Ausbaupläne bei der dortigen Atommüllkonditionierungsanlage mitten im Wohngebiet fortsetzen kann, ist die Rot-Grüne Landesregierung auch beim Atommüllchaos in Ahaus anscheinend nicht mehr als ein Zaungast.“

Pikant sind auch die Äußerungen der GNS, man habe bei der geforderten Inbetriebnahme 2019 immerhin mehr als ein Jahr Zeit, den Müll aus Ahaus abzutransportieren.

„Die GNS ist selbst im gewünschten Optimalfall eine Erklärung schuldig, wie Atommüll und Reaktorteile, die über 9 Jahre eingelagert wurden, innerhalb von einem Jahr wieder ausgelagert werden sollen“, so Falko Tetzlaff von der Initiative „Kein Castor nach Ahaus“. “Bereits jetzt lagern 111 Container im Zwischenlager. Bei einem Abtransport innerhalb eines Jahres würde dies bedeuten, dass der bereits jetzt eingelagerte Abfall alle 3 Tage einen Transport verursachen würde. Das Problem potenziert sich mit jeder weiteren Einlagerung und macht die GNS unglaubwürdig“, so Tetzlaff weiter.

Einen sofortigen Einlagerungsstopp fordern daher die Münsterländer Anti-Atom-Initiativen.

„Wenn die Atomindustrie nicht einmal für den schwach- und mittelradioaktiven Abfall eine reelle Lösung hat, dürfen auch die Zwischenlager nicht mehr als Entsorgungsnachweis missbraucht werden. Der weitere Betrieb von Atomanlagen verursacht jeden Tag neuen Atommüll, für den es 40 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Atomkraftwerks noch immer keine Lösung gibt. Ahaus darf nicht zum nationalen Schrottplatz für jeglichen Atommüll werden.“

Weitere Informationen: www.kein-castor-nach-ahaus.dewww.bi-ahaus.dewww.sofa-ms.de

  • Atommüll bleibt in Ahaus
    28. September 2012 – Kommt es im Endlager Schacht Konrad zu weiteren Verzögerungen, “bleibt der Atommüll in Ahaus”. Der Betreiber des westfälischen Zwischenlagers will nach 2020 einfach eine neue Genehmigung beantragen, und hunderte Tonnen strahlende Abfälle bleiben so lange in der Halle stehen, bis eine Lösung gefunden ist. Atomkraftgegner warnen 28 Jahre nach Baubeginn der Lagerhalle vor einem de-facto Endlager.

Quelle: PM kein-castor-nach-ahaus.de, 02.10.2012

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