Abschlussaktion von Anti-Atom-Segeltörn bringt Atommüll von Schweden nach Lubmin

Nach über 2 Wochen beendet internationale Aktivist_innengruppe ihre Segeltour von Stockholm nach Greifswald mit bunter Abschlussaktion in Lubmin.

Segelschiff Lovis, Anti-Atom-Segeltörn auf der Ostsee 2012

Segelschiff Lovis, Anti-Atom-Segeltörn auf der Ostsee 2012

30 Umweltaktivist_innen aus sechs Ländern (Polen, Russland, Weißrussland, Litauen, Schweden und Deutschland) segeln seit über zwei Wochen unter dem Motto „GO NET ACTogether – für eine internationale Energiewende und eine atomkraftfreie Welt“; von Stockholm nach Greifswald. Am heutigen Samstagvormittag haben sie mit einer kreativen Aktion vor der Seebrücke Lubmin das Ende ihrer Aktions- und Vernetzungstour entlang der schwedischen und nordostdeutschen Küste begangen.

Um auf die weltweit ungelöste Problematik der Atommülllagerung hinzuweisen, haben sie ihr Segelschiff „Lovis“ dafür als Atommülltransportschiff verkleidet und ein mitgebrachtes Atommüllfass symbolisch ins Wasser gelassen. Gleichzeitig transportierten sie mit ihrem Slogan „Energy Turn Now“ („Energiewende Jetzt“) auf dem Großsegel des Schiffes deutlich ihre Forderung nach einer konsequenten internationalen Abkehr von der Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien.

„Energie muss regional erzeugt und überall verfügbar gemacht werden und das konsequent erneuerbar ohne Atomkraft, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt“, sagt Nadja Tegtmeyer vom AntiAtom-Bündnis NordOst.

Nachdem sich die Aktivist_innengruppe während der gesamten Tour mit den vielfältigen Gefahren der Atomkraft und ihren Alternativen beschäftigt und Wissen ausgetauscht hat, bildet das Thema Atommüllagerung und -transport, welches mit der Aktion in Lubmin aufgegriffen wurde, den Abschluss dieser inhaltlichen Auseinandersetzung und auch das Ende der gefährlichen Atomspirale, die beim Abbau der Rohstoffe wie bspw. Uran
beginnt.

„Im Fokus unserer Reise steht die internationale Vernetzung und gegenseitige Unterstützung, denn die Risiken der Atomkraft machen an keinen Grenzen Halt und die jeweiligen Lobbys sind starke Gegner im Prozess des nötigen Energiewandels. Wir möchten ein starkes Netzwerk für die Zukunft schaffen, um die Energiewende energisch vorantreiben zu können und weiterhin gegen Atomkraft aktiv zu sein“, sagt Daniel Holtermann von der GoNetAct-Crew.

Die Tatsache, dass bis zum Jahr 2020 allein im Ostseeraum 15 neue Atomkraftwerke (siehe Tabelle unten) in Betrieb gehen sollen, bedeutet für die Aktivist_innen enormen Handlungsbedarf. Derzeitig sind vier Reaktoren, davon drei in Russland (Baltic 1, Leningrad II 1 und 2) und einer in Finnland (Olkiluoto 3) in Bau. Polen ist ebenso dabei, in die Atomenergie samt eigenem Uranabbau einzusteigen, obwohl der Großteil der Bevölkerung dies ablehnt.

AKW an der Ostsee in Bau oder Planung

Finnland:

  • Olkiluoto 3 – Baubeginn: 2005, geplante Inbetriebnahme: 2014
  • Olkiluoto 4 – Baubeginn: 2015, geplante Inbetriebnahme: 2020
  • Loviisa 3 – Baubeginn: 2015, geplante Inbetriebnahme: 2020
  • EON AKW – Baubeginn: unbekannt, geplante Inbetriebnahme: 2020

Litauen:

  • Visaginas – Baubeginn: 2016, geplante Inbetriebnahme: 2020

Polen:

  • AKW Polen 1 – Baubeginn: 2014, geplante Inbetriebnahme: 2020
  • AKW Polen 2 – Baubeginn: 2014, geplante Inbetriebnahme: 2020

Russland:

  • Baltic 1 – Baubeginn: 2012, geplante Inbetriebnahme: 2020
  • Baltic 2 – Baubeginn: 2014, geplante Inbetriebnahme: 2018
  • Leningrad II 1 – Baubeginn: 2008, geplante Inbetriebnahme: 2013
  • Leningrad II 2 – Baubeginn: 2010, geplante Inbetriebnahme: 2016
  • Leningrad II 3 – Baubeginn: 2013, geplante Inbetriebnahme: 2017
  • Leningrad II 4 – Baubeginn: 2014, geplante Inbetriebnahme: 2019

Weißrussland:

  • Ostrovets 1 – Baubeginn: 2013, geplante Inbetriebnahme: 2017
  • Ostrovets 2 – Baubeginn: 2014, geplante Inbetriebnahme: 2018

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