Tansania: UNESCO opfert Naturschutzgebiet für Uran-Mine

Selous ist das größte Wildtierreservat des afrikanischen Kontinents – dort leben die bedeutendsten Populationen der vom Aussterben bedrohten afrikanischen Wildhunde und der ostafrikanischen Elefanten. Nun soll dort Uran abgebaut werden. „Rettet den Regenwald“ ruft zu einer Protestaktion auf.

Selous: Die einmalige Tierwelt wird durch Uran-Bergbau gefährdet. Foto: igougo.com

Selous: Die einmalige Tierwelt wird durch Uran-Bergbau gefährdet. Foto: igougo.com

Die UNESCO beschreibt Selous als „immenses Schutzgebiet von 50.000 Quadratkilometern, das der Mensch nur wenig beeinflusst hat. Dort leben zahlreiche Elefanten, Spitzmaulnashörnern, Geparden, Giraffen und Krokodile. Der Park zeichnet sich durch verschiedene Vegetationszonen aus, vom kompakten Dickicht bis zum offenen Grasland.“ Dennoch hat die UNESCO jetzt mit einer Grenzänderung ermöglicht, dass in dem Schutzgebiet Uran zur Belieferung von Atomkraftwerken abgebaut werden kann. Die geplante Mine liegt in einem Elefanten-Korridor zwischen Tansania und Mosambik.

Bald könnten also riesige Mengen radioaktiven Abfalls die einmalige Natur und Artenvielfalt des Selous bedrohen. Bei der geplanten Laufzeit von zehn Jahren würde die Uran-Mine mindestens 60 Millionen Tonnen giftigen Abraum hinterlassen. Beim Uranabbau gibt es keine sichere Methode, um die Kontaminierung von Oberflächen- und Grundgewässern zu verhindern. Zudem ist unklar, ob der beim Bergbau anfallende Uranstaub durch Winde nicht weite Teile des Reservats verseucht.

Umweltschützer werfen der UNESCO Versagen und Verantwortungslosigkeit vor. Ihr Verhalten zeige, dass sie sich Unternehmens- und Lobbyinteressen unterwerfe. Nun besteht die Gefahr, dass Selous ein Präzedenzfall wird und weitere Welterbestätten für ähnliche Interessen geopfert werden.

„Rettet den Regenwald“ ruft mithilfe eines Protestbriefes die UNESCO, ihre Entscheidung zugunsten des Uranabbaus zu revidieren.

  • Tansania: Petition gegen Uranabbau in tansanischen Naturschutzgebieten
    2. September 2011 – Mehr als 20.000 Menschen unterzeichneten eine Petition gegen den geplanten Uranabbau in tansanischen Naturschutzgebieten. In einer gemeinsamen Aktion von uranium-network.org, Rettet den Regenwald e.V., tanzania.network.de e.V und NABU International wurden die Unterschriften heute der tansanischen Botschaft überreicht.

Quelle (Auszug). regenwald.org, 10.08.2012

2 Antworten auf Tansania: UNESCO opfert Naturschutzgebiet für Uran-Mine

  • Ingrid Simon sagt:

    Ingrid Simon
    einfache Menschen und Tiere haben keine Lobby. Wenn die Lobbyisten die Folgen dieser nicht wieder gut zu machenden Zerstörung ausbaden müssten, wäre mehr Rücksicht auf die kostbare Umwelt zu erwarten.
    Haben die Verantwortlichen nicht genug Beispiele für die katastrophalen Langzeit-Auswirkungen für ganze Regionen, wenn die Ausbeuter- Firmen wieder abziehen?
    Hoffentlich wird dieses Horror-Szenarium keine Wirklichkeit!!!! Auch die daran verdienen können kein Gold essen.
    Hoffentlich hat die Pedition Erfolg, damit die Vernunft einkehren kann.

  • Ich bin heute zufällig auf diese Seite gekommen. Wir wollen in diesem Jahr den Selous besuchen und ich bin einfach entsetzt.

    Ich habe zu Beginn der 90er Jahre anlässlich eines Beratungsprojektes im Osten unserer Republik sehen können, was der Uranabbau für Schäden anrichtet und wie der radioaktiv verseuchte Klärschlamm dort in ungesicherte Seen gepumpt wurde. Ich kann nur hoffen, dass die Petition gegen den Uranabbau in Selous Erfolg haben wird.

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