Gronau: Aktivist_Innen machen Urananreicherungsanlage dicht

Die Proteste gegen die Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau reißen nicht ab. Nach der gestrigen Aktion gegen den Export von Atommüll nach Frankreich demonstrieren AtomkraftgegnerInnen heute auf den Zufahrtswegen der Anlage. Sie haben vor dem Tor der Anlage zwei Dreibeine aus Holzstämmen aufstellen können. Kletterer erklommen diese sog. Tripods und versuchten, so lange wie möglich auszuharren, um den Betrieb der Anlage zu stören.

31.07.2012 - Protest vor der UAA Gronau; Bild: Markus Kampmann / wn.de

31.07.2012 - Protest vor der UAA Gronau; Bild: Markus Kampmann / wn.de

Die ganze atomare Produktions- und Verwertungskette, die von Gronau aus bedient wird, birgt unverantwortliche Gefahren: vom Uranabbau, bei dem die Lebensgrundlagen der oftmals indigenen Bevölkerung ruiniert werden, bis hin zum radioaktiven Müll, für den es kein sicheres Endlager gibt. Wer „ja“ sagt zur Urananreicherung, der riskiert Unfälle von gefährlichen Urantransporten in der ganzen Welt, exportiert Rohstoffe für atomare Massenvernichtungswaffen und geht das Risiko eines Super-GAUs ein.

„Die Gefahren der Atompolitik gehen uns alle an – ob am einen Ende von Deutschland oder am anderen Ende der Welt. Darum machen wir verstärkt Aktionen gegen die Uranfabrik in Gronau“, begründet ein Aktivist das Vorgehen. „Wir sind gekommen um zu bleiben – wir fordern die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit – wir fangen hier bei der UAA an“.

„Wir sind gekommen um zu bleiben – wir fordern die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit – wir fangen hier bei der UAA an. Die Urananreicherungsanlage in Gronau ist der offensichtliche Beweis dafür, dass es in Deutschland keinen Atomausstieg gibt“, so Christof Neubauer, der es sich in einer Hängematte in einem der Tripods in mehreren Metern Höhe gemütlich gemacht hat. „Von hier aus werden knapp 10% aller AKW weltweit mit Brennstoff versorgt – von Ausstieg kann keine Rede sein. Wir fordern die sofortige Stilllegung der Anlage.“

Die Polizei ist vor Ort, die Aktion wird vorerst geduldet. Am Abend haben sich die AktivistInnen mit Schlafsäcken und Stroh versorgt und wollen die Nacht vor der Anlage ausharren. „Nieselregen und Dunkelheit sind nichts gegen die Gefahren der tödlichen Fabrik auf der anderen Seite des Zauns“, meint Christof.

31.07.2012 - Protest vor UAA Gronau / Foto: Pay Numrich

31.07.2012 - Protest vor UAA Gronau / Foto: Pay Numrich

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    11. Oktober 2011 – Es ist ein falsches Spiel: nur wenige Monate, nachdem Deutschland sich dem Atomausstieg verschrieben hat, erreicht die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ihr Produktionsmaximum. Nach erfolgreichem Ausbau wird nun jedes dreizehnte AKW weltweit mit deutschem Atombrennstoff betrieben. Atomkraftgegner fordern die Bundesregierung auf, die Anlage umgehen zu schließen.
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    1. Juli 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Aber die Brennstoffproduktion und Herstellung von Brennelementen wird ausgebaut.

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