Castortransport aus Geesthacht

Am heutigen abend findet nach Angaben von Atomkraftgegnern der Abtransport von zwei Atommüll-Behältern aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht statt.

Protestplakat am 10.08.2010 vor der GKSS

Protestplakat am 10.08.2010 vor der GKSS

Es soll sich um 25 abgebrannte Brennstäbe aus dem ehemaligen Forschungsreaktor „FRG 1“ handeln, die heute abend (Dienstag) um 20.30 Uhr mit zwei LKW abtransportiert werden soll. Bestimmungsort ist die USA, vermutlich findet eine Verschiffung über den Hamburger Hafen statt.

Der Forschungsreaktor mit fünf Megawatt Leistung war bis Ende Juni 2010 in Betrieb. Nach nun zweijähriger Abklingzeit können die verbrauchten Brennstäbe zum Lieferanten, den Vereinigten Staaten, zurückgebracht werden. Zwischen 2000 und 2010 war der FRG-1 der älteste laufende Reaktor Deutschlands. Die produzierten Neutronen wurden ausschließlich für die Grundlagenforschung in den Materialwissenschaften und der Medizin verwendet. Der Rückbau der Anlage soll voraussichtlich zehn Jahre dauern und rund 150 Millionen Euro kosten.

In der Vergangenheit hatten Atomkraftgegner gegen den Abtransport von Atommüll protestiert: Auch in den USA ist eine Lösung für das Entsorgungsfiasko nicht in Sicht, daher dient dieser Atommüll-Export nicht einer tatsächlichen „Entsorgung“. Auf dem Gelände der GKSS, wo einst nukleare Schiffsreaktoren entwickelt wurden, lagern noch unbestimmte Mengen radioaktiver Abfälle. Um eine Bestandsaufnahme durchzuführen, soll im September eine öffentliche Veranstaltung bei der GKSS stattfinden.

Die Anlagen in Geesthacht, zwei Forschungsreaktoren und das AKW Krümmel, werden verdächtigt, Auslöser für das weltweit größte Cluster an kindlicher Leukämie zu sein. Die KIKK-Studie hatte 2007 nachgewiesen, dass die Erkrankungsrate um AKW generell erhöht ist.

UPDATE Mittwoch, 25. Juli 2012 01.30 UHR
Transport mit hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen (TYP 70/3328) aus dem Forschungsreaktor FRG 1 Geesthacht heute Nacht gestartet

Der Atommülltransport ist genau um 0.00 Uhr vom Gelände der ehemaligen GKSS, jetzt Helmholtz-Zentrum Geesthacht incl. Polizeibegleitung gestartet. Ein LKW-Transport, blaue Zugmaschine (vermutlich von der Firma NCS GmbH aus Hanau, Kennzeichen HU PU 144) und Sattelauflieger mit grünem Container (siehe Fotos). Fahrt-Route Max-Planck-Straße zur B 5, auf der B 5 durch Geesthacht mit Tempo 70 km/h !! (erlaubt 50 km/h), weiter auf der A 25 an Bergedorf vorbei Richtung Hamburg, auf der A 25 anfänglich Tempo über 100 km/h (Auskunft von Journalisten, der zeitweise hinterherfuhr) erlaubt max. 80 km/h, Polizeibegleitung bis zur Abfahrt Hamburg-Curslack, danach komplett ohne Polizei, in Hamburg-Moorfleet Wechsel von A 25 auf die A 1 aus Richtung Lübeck gen Hamburg weiter auf A 1 Richtung Bremen, letzte Sichtung auf der A 1 bei der Abfahrt Hittfeld weiter Richtung Bremen, Zeit ca. 0.40 Uhr, ab hier fährt der Transport durch Niedersachsen.

Falls der Atommüll-LKW den Hafen von Nordenham ansteuert beträgt die Entfernung von Geesthacht nach Nordenham 204 km, erwartete Ankunft ca. 03.00 Uhr im Hafen. Fahrtroute ab Hittfeld weiter auf A 1 bis zum Bremer Kreuz, Wechsel auf die A 27 Richtung Bremerhaven bis zur Abfahrt Stotel, hier auf die B 437 durch den Wesertunnel Richtung Stadland, weiter auf der B 212 Richtung Nordenham bis in den Hafen. Im Hafen von Nordenham liegt das Frachtschiff Oceanic Pintail. Evt. wird mit diesem Schiff der Atommüll in die USA transportiert.

Quelle (Auszug): de.wikipedia.org; 24.07.2012

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