Atommülltransporte über Pfingsten von La Hague nach Ahaus?

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) haben sich erneut gegen die weitere Einlagerung von Atommüll in Ahaus ausgesprochen. Konkreter Anlass dafür sind Hinweise, dass in den Tagen vor bzw. nach Pfingsten Atommüll aus der französischen Atommüllfabrik La Hague in Ahaus eingelagert worden sein soll.

Den Informationen zufolge, die dem Aktionsbündnis inoffiziell mitgeteilt wurden, sollen in der 21. oder 22. Kalenderwoche 2 LKW mit Atommüll über Belgien aus La Hague nach Ahaus gefahren sein. Der Transport soll unter Polizeibegleitung erfolgt sein.

Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen kritisiert grundsätzlich die fehlende Transparenz im Zusammenhang mit dem Ahauser Atommüll-Lager.

„Wir versuchen genau zu klären, ob und was rund um Pfingsten in Ahaus eingelagert wurde. Generell lehnen wir jegliche Atommüllverschiebung ab, da es keine sicheren Endlager gibt und die Transporte hochgefährlich sind. Zudem bemängeln wir, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Vorgänge rund um das Zwischenlager nicht umfassend informiert werden. Weder von den Betreibern, noch von der Landes- bzw. Bundesregierung gibt es unaufgefordert Informationen. Die Bevölkerung weiß nicht, was schon alles eingelagert wurde und es ist völlig unklar, was mit dem bereits in Ahaus lagernden Atommüll auf Dauer geschehen soll.“

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat bereits am Freitag bezüglich der Transporte rund um Pfingsten konkrete Fragen an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gerichtet:

  • „Was wurde transportiert?“,
  • „Woher kamen die Transporte?“ und
  • „Wer hat die Transporte genehmigt?“

In der Antwort des BfS, die postwendend kam, wurden die Transporte nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Auffällig ist, dass das Bundesamt für Strahlenschutz das Land NRW für zuständig erklärt:

  • „Transporte von sogenannten sonstigen radioaktiven Stoffen in das Abfalllager Ahaus werden von den jeweils zuständigen Landesbehörden genehmigt. Die Atom- und Gefahrgutrechtliche Aufsicht bei der Beförderung von radioaktiven Stoffen liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Inneres und Kommunales.“

Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz findet die Antwort des BfS befremdlich und alles andere als bürgerfreundlich:

„Es ist schwer vorstellbar, dass das BfS nicht über Atomtransporte von Frankreich nach Ahaus im Bilde ist. Auf jeden Fall hätte das BfS aber in Düsseldorf beim NRW-Innenministerium nachfragen können um zu klären, was in jüngster Zeit nach Ahaus verfrachtet wurde. So müssen weiterhin Bürgerinitiativen und Umweltverbände dafür Sorge tragen, dass die Bevölkerung über hochgefährliche Transporte informiert wird. Und grundlegend wird der sofortige Atomausstieg gefordert, damit kein weiterer Atommüll anfällt.“

Nach der ungenügenden Antwort des Bundesamtes für Strahlenschutz hat der BBU am Montag die Fragen, die vom BfS nicht beantwortet wurden, in Düsseldorf bei der Staatskanzlei, beim Wirtschaftsministerium und beim Innenministerium eingereicht.

Mit Spannung erwarten der BBU und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, in denen auch die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ organisiert ist, die Antworten und auch das Ergebnis der Düsseldorfer Koalitionsvereinbarung.

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