Atommüll-Entsorgungsfiasko

Was die Bundesregierung nicht schafft, das will die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) anschieben: eine öffentliche und umfassende Atommülldebatte. Im Auftrag der BI hat der Diplom-Physiker Wolfgang Neumann eine akribische Arbeit geleistet. Er legt eine aktuelle Atommüllbilanz vor.

An den AKW-Standorten lagern bereits jetzt rund 1000 Castoren, die zu einem potentiellen Endlagerstandort transportiert werden müssten. Es müsste auch eine Konditionierungsanlage an dem Endlagerstandort gebaut werden. Völlig ungelöst ist, wohin der Müll aus der Urananreicherungsanlage Gronau und der Müll, der aus der Asse II geborgen werden soll, verbracht wird. Sollte es ein Endlager für hochaktive Abfälle und diesen Müll geben, müsste das Endlager-Konzept neu gedacht werden.

Die Gorleben-Gegner plädieren im Unterschied zu Norbert Röttgen (CDU) und den Vertretern aus den Ländern, die ein Endlagersuchgesetz verabschieden wollen, vehement für eine vorgeschaltete Debatte des „Entsorgungsfiaskos“. Diesen Titel trägt auch das Heft der Schriftenreihe „zur Sache“, das die BI neu auflegt und mit dem die Forderung unterfüttert wird. „Wir haben ein großes Problem und keine Lösung“, schreibt im Vorwort Asta von Oppen, die die Arbeit der Rechtshilfe Gorleben koordiniert. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke betont in seinem Beitrag, wie wichtig es sei, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, er hebt hervor, dass es neben dem schwarzen Fleck Gorleben auf der angeblich weißen Landkarte, von der die die Bund-Länder-Vertreter bei der Endlagersuche ausgehen, mit den havarierten Endlagern Morsleben und Asse II und der Festlegung auf den Schacht Konrad bereits vier schwarze Flecken existieren.

„Die Aufarbeitung der industriepolitischen Fehlentscheidungen der 70er Jahre muss einer Endlagersuche vorausgehen“, fordert die BI.

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Quelle: bi-luechow-dannenberg.de; 03.04.2012

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