1.000 Gipfel gegen Euratom

Schon 2007 hatte Deutschland beim Abschluss des EU-Vertrages von Lissabon zu Protokoll gegeben, dass der EURATOM-Vertrag neu verhandelt werden müsse. Der 1957 geschlossene Vertrag zur Einrichtung der Europäischen Atomgemeinschaft bevorteilt einseitig die Atomindustrie in der Europäischen Union und verhindert nicht nur in Staaten mit Atomkraftwerken den Umbau zu einer dezentralen und umweltfreundlichen Energieversorgung. Die Naturfreunde Deutschlands wollen mit einer Kampagne „1.000 Gipfel gegen Euratom“ nun Druck machen.

Banner EURATOM NaturfreundeDer Deutsche Bundestag hat den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 beschlossen. Trotz alledem bleibt noch viel zu tun. Deutschland ist immer noch Mitglied von EURATOM, der Europäischen Atomgemeinschaft – und finanziert so weiterhin die Atomkraft der EU. Allein die Bundesrepublik muss jährlich 117 Millionen Euro für die Erforschung der Atomkraft bezahlen und in der laufenden Förderperiode sind im Haushalt der Europäischen Union 7,8 Milliarden Euro eingestellt. Geld, das sinnvoller in die Erforschung und den Ausbau der erneuerbaren Energien angelegt ist.

Aus diesem Grund haben die Naturfreunde Internationale und die NaturFreunde Deutschlands die Kampagne „EURATOM? Nein Danke!“ gestartet. Diese Kampagne dient dazu, die Bevölkerung in Deutschland und der Europäischen Union über EURATOM aufzuklären. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, einen Appell an Bundeskanzlerin Merkel zu unterschreiben. Der Appell fordert die Bundesregierung auf, einen neuen europäischen Vertrag zu schließen, auf dessen Grundlage die erneuerbaren Energien gefördert und erhebliche Energieeinsparungen in ganz Europa durchgesetzt werden.

Ein weiterer Bestandteil der Kampagne ist der Fotowettbewerb „1000 Gipfel gegen EURATOM!“. Hierbei können Atomkraftgegner ihrem Protest gegen EURATOM auf Berggipfeln, vor Sehenswürdigkeiten etc. mit der „EURATOM? Nein Danke!“-Fahne der NaturFreunde Ausdruck verleihen.

  • Der Euratom-Vertrag im Jahre 2011
    7. Dezember 2011 – Der EURATOM-Vertrag ist eine politische Absurdität. In der EU setzen gegenwärtig 14 von 27 Staaten auf Atomenergie. Die öffentliche Meinung in Europa lehnt mehrheitlich den Ausbau der Atomenergie ab. Einige Mitgliedsstaaten haben den Ausstieg aus der Atomenergie bereits vollzogen oder sind erst gar nicht in die Atomwirtschaft eingestiegen. Unbeschadet dessen bleiben die 27 EU-Staaten weiterhin Mitglieder einer Gemeinschaft, deren Ziel die „schnelle Bildung und Entwicklung der Nuklearindustrie“ ist. Nach über einem halben Jahrhundert seines Bestehens scheinen sowohl Politiker als auch EU-Bürger diesen Vertrag vergessen zu haben – nicht aber die Atomindustrie und die ihr verbundenen Atomforscher. Mit dem angeblichen Beitrag der Atomenergie zum Klimaschutz sollen heute alte Privilegien und Subventionen gesichert werden.

Quelle (Auszug): www.euratom-nein-danke.de, oekonews.at; 22.03.2012

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