Genehmigung für Zwischenlagerung von Castoren in Jülich wird verlängert

Etwas, das vorher ein unlösbares Problem war, ist jetzt recht schnell durchführbar wenn man nur will. Die Aufbewahrungsgenehmigung der 152 Castorbehälter im Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich soll bis 2016 verlängert werden. Ursprüngliche Aussage war, dass diese 2013 ausläuft, bauliche Ertüchtigungen in Jülich zu teuer und politisch nicht gewollt sind – und daher eine zügige Überführung der Behälter in das Zwischenlager Ahaus alternativlos sei. Kann Röttgen Castoren im Wahlkampf nicht gebrauchen?

Neue Anforderungen an den Betreiber des Zwischenlagers in Ahaus, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), könnten die Zeitplan des Abtransportes durcheinander bringen. Das Bundesamt für Strahlenschutz habe nach Auskunft des Forschungszentrum Jülich die Ansprüche formuliert. Deshalb wolle man nun beim BfS eine Lagerung über die gültige Genehmigung, die am 30. Juni 2013 ausläuft, hinaus beantragen. Nach Willen des FZJ sollen die Behälter mit 288.161 hoch radioaktive Brennelement-Kugeln aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor drei Jahre länger in Jülich bleiben.

Ursache für die „neuen Anforderungen“ könnte die geplante Mauer um das Zwischenlager in Ahaus sein, die vor „Einwirkungen von Außen“ schützen soll. Möglicherweise darf neuer hochradioaktiver Müll erst nach deren Fertigstellung eingelagert werden.

Vielleicht hat aber auch der Landtagswahlkampf die Pläne für den Transport über den Haufen geworfen. Der für die Genehmigung zuständige Umweltminister Röttgen möchte als Spitzenkandidat der CDU in NRW antreten. Da würde es sich nicht gut machen, wenn er vorher noch die umstrittenen Transporte in seiner jetzigen Position als Bundesumweltminister durchdrücken würde.

Atomkraftgegner aus der Region gehen dennoch davon aus, dass die Transporte nach Ahaus noch im Oktober stattfinden. Offiziell hat sich noch niemand zu dem weiteren Verbleib der Castoren geäußert.

  • Atommülltransporte in Ahaus erwartet
    12. März 2012 – Für diese Woche ist ein Probetransport von der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg nach Ahaus geplant. Diese Transporte sind erforderlich, da bis 2017 1.300 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall nach Ahaus rollen sollen. Die Stadt an der niederländischen Grenze verkommt zum Atomklo der Nation. Atomkraftgegner beginnen heute mit einer Dauermahnwache.
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Quellen (Auszug): kein-castor-nach-ahaus.de, aachener-zeitung.de; 16.03.2012

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