Frankreich: Menschenkette im Rhônetal – eine historische Mobilisierung für den Atomausstieg!

Ein Jahr nach dem Anfang der Fukushima-Katastrophe, leiden die Japaner immer weiter unter der radioaktiven Kontamination. Überall in der Welt wirkte dieser Unfall als Notsignal für eine nötige Energiewende, aber die französischen Politiker haben es bisher ignoriert und wollen nicht von Atomausstieg hören. Einige Wochen vor der Präsidentschaftswahl, wurde am 11.März 2012 ein außerordentlich großes Zeichen gesetzt, um sie zu erwecken.

11.03.2012: Menschenkette in Frankreich - Bild: chainehumaine.org

11.03.2012: Menschenkette in Frankreich - Bild: chainehumaine.org

Am Sonntag, den 11. März 2012, genau ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe, haben 60,000 Menschen zwischen Lyon und Avignon demonstriert, indem sie eine riesige Menschenkette gebildet haben.

Manche waren langjährige AktivistInnen; andere bezeichneten sich nur als « besorgte BürgerInnen »; manche lebten ganz in der nähe von den 14 Reaktoren, und andere waren aus weit entfernter Regionen und eben Länder gefahren (aus Deutschland, Finnland, Russland, usw.). Hand in Hand auf einer 230-km-langen Strecke, so lang wie die Entfernung zwischen Fukushima und Tokyo, in der von Atomanlagen dicht besiedeltesten Region Europas haben sie solidarisch mit den JapanerInnen demonstriert. Sie haben ihren Willen stark geaüssert, die Energiepolitik in der Hand zu greifen und Atomausstieg zu erhalten.

Nicht nur die Zehntausende Menschen, die an dieser von dem Anti-Atom-Netwerk « Sortir du nucléaire » und dem Kollektiv « Kettenreaktion » organisierte Menschenkette teilgenommen haben, haben gezeigt, dass Atomausstieg bei den französischen BürgerInnen ein starker Drang ist. Die sehr freundliche Reaktion der AutofahrerInnen, die an diesem Tag auf der Route Nationale 7 der Menschenkette vorbeigefahren sind, beweist wie weit dieses Gefühl verbreitet wird.

Gleichzeitig haben in anderen Orten in Frankreich weitere Menschenketten für den Atomausstieg und solidarisch mit schwerbetroffenen Japan stattgefunden (in Bayonne, Bordeaux, in der Bretagne, in NordFrankreich, usw.). In der ganzen Welt sind auch ähnliche Aktionen organisiert worden. Von Deutschland bis Brasil über Mongolei, ist die Botschaft dieselbe: um die kommende Generation zu schützen, brauchen wir eine atomkraftfreie Zukunft.

Energieverschwendung bekämpfen, Gebäude abdämpfen, Energieeffizienz verbessern, saubere und arbeitsplatzschaffende erneuerbare Energien entwickeln: die Lösungen für die Energiewende sind uns bekannt. Jetzt brauchen wir eine politische Entscheidung, die unsere europäischen Nachbarn übrigens schon getroffen haben. Aber die französische Regierung, stark von der Atomlobby beeinflusst, beharrt in der Verneinung des Risikos und in ihrem Pro-Atom-Kurs.

Die Teilnahme an dieser Menschenkette beweist es: wenn die Politiker nichts hören wollen, sind Zehntausende Franzosen bereits, sich zu mobilisieren, um aus dieser Technologie des vergangenen Jahrhunderts auszusteigen. In einigen Wochen wird die Präsidentschaftswahl stattfinden, und die Kandidaten dürfen nicht mehr unsere Forderungen ignorieren. Wir brauchen einen Atomausstiegsszenario, die ältesten Atommeiler gehören sofort abgeschaltet, das EPR-Programm soll aufgegeben werden, und wir sollen dringend mit der Energiewende anfangen. Jetzt ist es endlich Zeit für die Politiker, dies zu verstehen!

httpv://www.youtube.com/watch?v=6Gn6l72L1Cw

 

 

Quelle: www.chainehumaine.org, 15.03.2012

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