Atommülltransporte in Ahaus erwartet

Für diese Woche ist ein Probetransport von der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg nach Ahaus geplant. Diese Transporte sind erforderlich, da bis 2017 1.300 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall nach Ahaus rollen sollen. Die Stadt an der niederländischen Grenze verkommt zum Atomklo der Nation. Atomkraftgegner beginnen heute mit einer Dauermahnwache.

Wie dem Firmenmagazin der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) von Mai 2011 zu entnehmen ist, sollen bis 2017 1.200-1.300 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall das Zwischenlager Ahaus erreichen. Das entspricht rund 10.000m³ Atommüll. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in der 11. Kalenderwoche (zwischen dem 12.03.-18.03.2012) ein Probetransport per Zug stattfinden. Mit LKW ist diese Masse an Transporten nur schwer abzuwickeln, der jetzt geplante Bahntransport ist für die Transportgenehmigung nötig.

Atommüllanlieferung in Ahaus per LKW

Atommüllanlieferung in Ahaus per LKW

Atomkraftgegner in Duisburg, Jülich und Ahaus kündigen bereits Proteste an. Denn Ahaus verkommt zum Atomklo der Nation. Das ganze Entsorgungsfiasko der Atomindustrie wird in Nordrhein-Westfalen deutlich: die strahlenden Stoffe werden von einem Zwischenlager ins nächste transportiert. Ihr langfristiger Verbleib ist völlig offen. Die Betreiber setzen auf das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter – doch die Eignung für eine Langzeitverwahrung von radioaktiven Abfällen ist seit Jahrzehnten hoch umstritten. Erst gestern haben 24.000 Menschen in der Region u.a. gegen das geplante Endlager protestiert.

Auch der Verbleib der 152 Castorbehälter, die in einer Zwischenlagerhalle in Jülich stehen, ist weiterhin ungeklärt. Der Bund möchte sie auch in Ahaus einlagern, Atomkraftgegner und das Land NRW weisen auf unkalkulierbare Risiken bei der Überführung hin und fordern einen Verbleib des Mülls am Ursprungsort. Ab 2020 soll dann noch mehr Atommüll nach Ahaus kommen: 150 Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.

Dass der Abfall auch in Ahaus nicht sicher gelagert werden kann, beweist zum Beispiel das Eingeständnis des Bundesumweltministeriums im Januar. Um alle Zwischenlager in Deutschland sollen meterhohe Mauern gebaut werden, um sie vor „Einwirkungen von außen“ zu schützen. Seit Jahren weisen Atomkraftgegner darauf hin, dass die Hallen nicht ausreichend gegen Terroranschläge geschützt sind und ein gezielter Flugzeugabsturz und die Beschädigung von Behältern etwa dramatische Folgen für die Umgebung haben könnte.

„Wir kündigen jetzt bereits an, dass Ahaus nach Gorleben zum weiteren Protestzentrum wird“, warnen Atomkraftgegner aus der Region. „Wer uns so herausfordert und ein Entsorgungskonzept für hochgefährlichen, verstrahlten Atommüll nur vortäuscht, muss mit massivem Widerstand rechnen. Wir werden den Protest auf die Strasse tragen und Ahaus nicht zur Entsorgungslegitimation der Konzerne für ein verfehltes Atomprogramm werden lassen. Ein Atomausstieg auf dem Papier entwickelt erst einen Wert, wenn der Rückbau aller Atomanlagen beginnt.“

  • Aus Protest gegen den erwarteten Leertransport nach Ahaus haben Atomkraftgegner am Transportgleis in Duisburg mit einer Dauermahnwache begonnen. Ab heute (12.03.), 11.00 Uhr wird an der Atroper Straße Ecke Ehinger Straße, direkt hinter der Schrankenanlage, ein Protestpunkt eingerichtet.

Mögliche Transportstrecken des Probezuges sind von Duisburg-Gladbeck über Oberhausen, Bottrop nach Dorsten – Reken – Coesfeld oder Gelsenkirchen – Recklinghausen – Datteln – Waltrop – Lünen – Dülmen – Coesfeld. Von Coesfeld führt die Bahn dann nach Ahaus.

  • Atomstandort Ahaus
  • Jülich: Massive Sicherheitsprobleme bei Transport von Brennelement-Kugel
    13. Dezember 2011 – Der geplante Transport der 152 West-Castoren vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus wirft massive Sicherheitsprobleme auf: Zum Teil wurde hochangereichertes Uran verwendet, die Graphit-Ummantelung ist brennbar, die Brennelement-Kugeln nicht endlagerfähig verpackt. Atomkraftgegner fordern einen Transporte-Stop und kündigen Proteste an.

Quelle (Auszug): www.kein-castor-nach-ahaus.de; 12.03.2012

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