Frankreich: 228 Milliarden Euro für Atomenergie

Der französische Rechnungshof hat erstmals Zahlen zu den Kosten der Atomenergie genannt: Seit dem Bau der ersten Atomkraftwerke seien 228 Milliarden Euro in die Atomenergie geflossen. Auch in Deutschland gibt es nich immer erhebliche Gelder für das Etablieren der Atomkraft.

Allein der Bau der Atommeiler in Frankreich habe laut des 400-Seiten-Berichts 121 Milliarden Euro verschlungen. Für die private und staatliche Forschung seien seit den 50er Jahren 55 Mrd. Euro ausgegeben worden. Eine Angabe zur den möglichen Kosten für die Stilllegung von Atomkraftwerken und der langfristigen Lagerung des Atommülls bleibt der Bericht allerdings schuldig: es gäbe noch „Unsicherheiten“.

Frankreich hatte Anfang der 70er Jahre 200 AKW geplant. Viele geplante AKW Standorte wurde wegdemonstriert mit Platzbesetzungen und Blockaden. Überall dort wo nur zwei AKW stehen kam es z. T. zu sehr heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Anti Atom Gruppen in Frankreich, die es in Frankreich seit Mai 1968 gibt. 1970 waren alle Anti Atom Gruppen in Frankreich landesweit vernetzt, sonst hätte sie wohl kaum 142 AKW verhindert können. Alle Uranminen wurden in Frankreich stillgelegt, ein Rückbau wie in der Wismut z. Z. läuft wurde nicht durchgeführt.

Laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace beliefen sich die staatlichen Förderungen für die Atomenergie in Deutschland von 1950 bis 2008 auf 164,7 Milliarden Euro. Davon entfallen 64,8 Milliarden auf Steuervergünstigungen und 39,1 Milliarden auf Strompreiserhöhungen durch den Emissionshandel, den die praktisch CO2-freie Atomstromproduktion nicht betrifft, sowie auf Vorteile durch einen fehlenden Wettbewerb im Energiesektor. Für die Zukunft berechnet die Studie nach den bisher bekannten Zahlen weitere staatliche direkte oder indirekte Subventionen von 92,5 Milliarden Euro. Für den Rückbau der 17 Atomkraftwerke veranschlagt eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little mindestens 18 Milliarden Euro. Doch anhand von Beispielen wird deutlich, dass das kaum reichen wird. Schon der Abriss des AKW Würgassen wird sich auf 1 Milliarde summieren.

Atomkraftgegner fordern einen sofortigen Suventionsstopp für Atomprojekte:

„Diese vielen Milliarden gehören in den Ausbau einer nachhaltigen Energieversorgung, die auf dezentralen Anlagen und Erneuerbaren Energien beruht, investiert. Die Zeit der Atom-Dinosaurier ist abgelaufen.“

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    18. August 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Doch mithilfe von Hermesbürgschaften zum Bau neuer Atomkraftwerke hilft die Bundesregierung zahlreichen Staaten ihre Atomprojekte zu realisieren.
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    17. August 2011 – In Deutschland stehen oder standen Ruinen von Atomkraftwerken, die teilweise nur Wochen in Betrieb waren. Mit Milliarden Euros wurden die Bauten subventioniert. Nun kostet der Abriss Millionen und der Verbleib der radioaktiven Hinterlassenschaften des atomaren Wahnsinns ist völlig unklar. Ein atomarer Wahnsinn auf Kosten der Steuerzahler.
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    23. Juli 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. In Vergessenheit geraten darf aber nicht, dass die Atomenergie ohne staatliche Subventionen gar nicht existieren könnte. Und der Abbau der Alt-Anlagen wird den Staat noch Milliarden kosten.
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    12. Mai 2010 – Das Endlager Schacht Konrad in Salzgitter wird deutlich teurer als bisher gedacht: Statt der zuvor geschätzten 900 Millionen wird das Endlager nach ersten konkreten Berechnungen rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutzes (BfS) am Dienstag nach einem entsprechenden Beitrag der “NDR” Fernsehsendung “Niedersachsen 19.30 das Magazin”.

Quelle (Auszug): orf.at, 01.02.2012

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