Gorleben: Die Bauarbeiten müssen heute ruhen

Zwei DemonstrantInnen haben sich heute Mittag an den Toren des Endlagerbergwerks angekettet. Mit mehr als 100 Mitgliedern der Aktionsgruppen widersetzen, contrAtom, X-tausendmal quer und der KURVE Wustrow war es heute um 12 Uhr zum Schichtwechsel von ca. 100 Angestellten gelungen, die Zufahrten zu blockieren. Nach zwei Stunden beendeten die AktivistInnen ihre Blockade.

Die Polizei liess die etwa 150 Demonstraten vorerst gewähren, nach einer Kundgebung vor dem Bergwerk konnten sich etwa 80 Menschen vor dem Hinterausgang auf die Zufahrtsstraße setzen. Auch wurden Zufahrten durch Trecker und Anhänger versperrt. Zwei Aktivisten ketteten sich zudem an eine Betonpyramide. Die Polizei versuchte erst eine Zufahrt zu räumen und sprach Aufforderungen aus. Von mindestens zwei Personen wurden die Personalien mit Verweis auf eine „nicht angemeldete Versammlung“ aufgenommen.

Zum Schichtwechsel bildete sich eine Autoschlange der Bergwerks-Angestellten aus ca. 20 Fahrzeugen, die dann von der Polizei aber zu einem anderen Ausgang eskortiert wurde und durch eine Lücke in den Blockaden abfahren konnte. Eine Verzögerung von mindestens einer Stunde mussten die Arbeiter aber in Kauf nehmen.

„Wir fordern von den Ministern auf dem nächsten Bund-Länder-Gespräch, Gorleben als Endlager endgültig aufzugeben und aus dem Topf der möglichen Standorte herauszunehmen“, erläutert Katja Tempel, Sprecherin von X-tausendmal quer, warum die Aktion heute notwendig war.

„Wir, zahlreiche Gruppen, Bewohnerinnen und Freunde des Wendlands, setzen den Bau- und Erkundungsstopp jetzt um. Wir blockieren gemeinsam und gewaltfrei den Baustellenbetrieb am Endlagerbergwerk“, fügt contrAtom Sprecher Jan Becker hinzu.

Zum Hintergrund der Aktion erklärte Hauke Nissen von widersetzen:

„Nach den ersten beiden Bund-Länder-Gesprächen zur Endlagerfrage wurde von ‚weißer Landkarte‘ und angeblichem ‚Baustopp‘ gesprochen. Aber Gorleben ist immer noch im Topf. Wir Wendländer und Wendländerinnen lassen uns nicht täuschen! Ein Neustart in der Endlagersuche ist nur ohne Gorleben glaubwürdig und ergebnisoffen.“

„Trotz Schnee und Kälte setzte der wendländische Widerstand ein deutliches Zeichen gegen die Weitererkundung von Gorleben“, beschreibt Jochen Neumann von der KURVE Wustrow die Atmosphäre vor Ort.

Die heutige Protestveranstaltung wurde von wendländischen Gruppen gemeinsam vorbereitet und fand im Rahmen der Kampagne gorleben365 statt. In der aktuellen politischen Situation versucht Umweltminister Norbert Röttgen zwar den Anschein zu vermitteln, es gehe nun um eine „offene Endlagersuche“ gleichzeitig soll aber Gorleben mit im Topf bleiben. Der von ihm verkündete Baustopp in Gorleben ist eine Farce. Mit einer Blockade des Schichtwechsels sollte deutlich werden, dass von einem Baustopp keine Rede sein kann, sondern der Ausbau des Gorlebener Salzstocks zum Endlager weiter vorangetrieben wird.

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Quelle: Presseerklärung gorleben365.de; 27.01.2012

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