Sellafield-Castor ab 2015 über Bremerhaven

Ab 2015 sollen 20 oder 21 Castorbehälter aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield über Bremerhaven nach Deutschland verschifft werden. Das Ziel für die Behälter ist derzeit Gorleben, schon im März soll ein erster Probetransport stattfinden.

Rücktransport Castor Sellafield GorlebenIn einem internen Schreiben hat Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) bereits darauf hingewiesen, dass ab 2015 mit einem Transport von 20 bis 21 Castor-Behältern über Bremerhaven zu rechnen ist. Es handelt sich um hochradioaktive Abfälle aus der Wideraufarbeitungsanlage Sellafield in England. Bremerhaven werde von den beteiligten Unternehmen für den Umschlag favorisiert. Genau wie die Abfälle aus der französischen Anlage in La Hague muss auch dieser Atommüll zurück nach Deutschland. Derzeit wird mit zwei bis vier Transporten mit entsprechend vielen Behältern gerechnet. Von Bremerhaven aus muss der Weg in ein deutschen Zwischenlager auf der Schiene zurückgelegt werden.

  • Bereits im März dieses Jahres soll offenbar ein erster Probetransport geplant sein. Dafür soll ein Leerbehälter von Bremerhaven nach Sellafield geschafft werden. Anfang 2013 soll der Test-Castor dann den entgegengesetzten Weg nehmen.

Derzeit wird in Bremen an einem Verbot von Atomtransporten über das Hafengelände gearbeitet. Mithilfe einer Hafengesetzänderung ist auch der Umschlag der mit hochradioaktiver Fracht beladenen Sellafield-Castoren nicht mehr möglich. Bund und Wirtschaft haben bereits Bedenken gegen dieses Projekt geäußert.

Trotz der Verbot-Bemühungen rechnet Bremens Innensenator schon für den Probelauf mit Protesten: „Es ist davon auszugehen, dass bereits dieser Transport in der Öffentlichkeit als Atomtransport deklariert wird.“ Atomkraftgegner geben ihm Recht, denn ein Probetransport dient dazu, den Weg für die eigentliche radioaktive Fracht zu ebnen. Ohne Test-Castor keine Atommüllfuhren.

„Derzeit über einen Castortransport nachzudenken ist eine Frechheit. Kürzlich wurde festgestellt, dass alle Zwischenlager in Deutschland unsicher sind. Einfach eine Mauer davor zu stellen und darauf zu hoffen, dass niemand auf die Idee kommt ein Flugzeug in das Lager zu steuern ist keine Vorsorge – sondern fahrlässiges Inkaufnehmen einer großen Gefahr“, so Jan Becker von contratom.

Daher muss ein definitver Einlagerungsstopp für alle Zwischenlager herrschen, bevor die Mängel nicht abschließend beseitigt sind. Und ein ausreichenden Schutz gegen Terroranschläge zu gewährleisten bedarf größerer Anstrengungen als einen Mauerbau.

„Aber auch über das Ziel werden wir noch mit den Verantwortlichen streiten: Zur Zeit dürfen die Behälter genehmigungstechnisch nur in Gorleben eingelagert werden. Da aber jeder Behälter im Wendland die Pläne für ein dortiges Endlager zementieren, ist der Transport grundsätzlich abzulehnen, bis eine sinnvolle Alternative gefunden ist.“

Rücktransporte Sellafield Gorleben Ahaus

Möglicher Transportweg für Castorbehälter aus Sellafield

  • Kein Plutonium-Transport über Bremen
    14. Januar 2012 – Ein Transport mit Plutoniumbrennelementen aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield über den Bremen Hafen ist abgesagt worden. Grund sind die Proteste des Bundeslandes gegen die Atomfuhren mit hochgiftigen Brennstoffen. Nun soll der neue Brennstoff für das AKW Grohnde über das Ausland nach Deutschland kommen. Atomkraftgegner weisen auf Sicherheitsprobleme hin und fordern das Ende der Plutoniumnutzung.
  • Sellafield-Behälter müssen nicht nach Gorleben
    9. November 2011 – Wenn Ende November alle Castorbehälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Gorleben stehen, dann ist erstmal Schluss. So versuchen verantwortliche Politiker die Bevölkerung zu beschwichtigen. Doch in den kommenden Jahren werden weitere Behälter erwartet – die gar nicht nach Gorleben müssten.
  • Noch mehr Müll für Gorleben
    5. Oktober 2011 – Die Eignung von Gorleben als Atmmüllendlager ist offiziell überhaupt nicht geklärt. Aber die Atommüllberge, die dort eingelagert werden sollen, wachsen. Schwarz/gelb plant, eine Vierfache Menge Atommüll ins Wendland bringen zu wollen, als bislang geplant. Dabei handelt es sich auch um Abfälle aus der Urananreicherung. Atomkraftgegner sind schockiert und fordern das sofortige Ende der Müllproduktion.

Quelle (Auszug): www.weser-kurier.de; 17.01.2012

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