heute vor 35 Jahren: Kurzschluss führt zu Totalschaden von Gundremmingen Block A

Bei kaltem und feuchtem Wetter traten an zwei stromabführenden Hochspannungsleitungen des Atomkraftwerks Gundremmingen Block A Kurzschlüsse auf. Die dadurch eingeleitete Schnellabschaltung führte zu Fehlsteuerungen. Nach etwa zehn Minuten stand im Reaktorgebäude das radioaktiv belastete Wasser etwa drei Meter hoch und die Temperatur war auf rund 80 °C angestiegen. Was folgte, war ein Totalschaden.

Anfangs hieß es, der Reaktor werde in einigen Wochen wieder in Betrieb gehen können. Nach dem Störfall gingen die Betreiber von einer zügigen Wiederinbetriebnahme von Block A aus. Wegen der von Politik und Aufsichtsbehörden geforderten Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik verzichteten die Betreiber allerdings später aus ökonomischen und politischen Gründen auf eine Wiederinbetriebnahme von Block A (Kategorie A bzw. E).

Im Vorfallbereicht des damals noch zuständigen Bundesinnenministeriums für die Jahre 1977/1978 heißt es nur: „Bruch an einem Stutzen des Primärsicherheitsventils D 14 sowie Risse an den Stutzen anderer Primärsicherheitsventile als Folge einer Überspeisung des Reaktordruckbehälters.“

Einen schweren Unfall hatte es bereits zwei Jahre zuvor gegeben: Im November 1975 wurden zwei Monteure bei der Reparatur eines Ventils durch vier Liter ausströmenden radioaktiven Dampf aus dem Primärkühlkreislauf tödlich verbrüht.

Gundremmingen-A war mit seiner Inbetriebnahme 1966 der erste kommerzielle Atomreaktor der BRD zur industriellen Stromerzeugung und gleichzeitig das damals weltweit größte AKW. Der Reaktor wurde damals komplett in amerikanischer Lizenz gebaut und wurde auch „Demonstrationskraftwerk Gundremmingen“ genannt, da hier entscheidende Erkenntnisse für den Bau von großen AKW gewonnen wurden.

  • Störfallkalender: 13.01.1977 – Unfall mit Totalschaden Gundremmingen Block A
    Am 13. Januar 1977 kam es um 18:44 in der nach Meitingen führenden 220-Kilovolt-Leitung durch Raureifbildung und kältebedingten Isolatorenbruch zum Kurzschluss. Damit stand nur noch eine 220-kV-Leitung, die nach Vöhringen führt, zum Abtransport des mit 237 Megawatt elektrischer Nettoleistung im Gundremminger Block A erzeugten Stroms zur Verfügung. Um 21.17 hatte aus gleichen Gründen auch diese Hochspannungsleitung Kurzschluss.

Quellen (Auszug): de.wikipedia.org, contratom, atommuell-lager.de; 13.01.2012

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