Ein Grußwort aus dem Gefängnis

Am Samstag, den 08.11.2008 ketteten sich drei Anti-Atom-AktivistInnen auf der Castorstrecke bei Wörth – kurz hinter der deutsch-französischen Grenze – in einem Beton-Lock-On unter den Gleisen fest. Während der 12 Stunden, die die Polizei brauchte, um die AktivistInnen aus dem Gleis zu holen, musste der Zug in Lauterbourg warten. Drei Jahre später ging eine der Aktivisten dafür ins Gefängnis.

Im Anschluss an die Aktion wurden den Angeketteten seitens der Polizei die Vorwürfe der gemeinschädlichen Sachbeschädigung, des schweren Eingriffs in den Schienenverkehr sowie der Nötigung unterbreitet. Nach abgeschlossenen Ermittlungen konnte die Staatsanwaltschaft jedoch lediglich am Straftatsbestand der Nötigung festhalten und ließ im Juli 2009 den Angeketteten Strafbefehle in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 10 Euro zukommen. Am 06. Oktober 2010 standen die beiden Angeketteten sowie die vier der Beihilfe beschuldigten Personen erstmalig aufgrund des Vorwurfs der Nötigung bzw. der Beihilfe zur Nötigung vor Gericht.

Das Gericht und die Staatsanwaltschaft stimmten nach der Verhandlung zu, nach Zurücknahme der Einsprüche gegen das Bussgeld vier der sechs Verfahren einzustellen. Florians Strafe wurde inzwischen bezahlt. Franziska sitzt ihre Haft seit dem 14.10.2011 in der JVA Frankfurt III ab. Durch eine Gesamtstrafenbildung wurde aus den 80 Tagessätzen aus dem Strafbefehl 75 Tagessätze. Erwarteter Haftentlassungstermin ist also an Weihnachten.

Am Samstag, den 26.11 sprach Franziska aus dem Gefängnis heraus auf der Demo „Castor Stopp – Gorleben soll leben“ vor über 20.000 Menschen in Dannenberg. Die Rede von ihr wurde vorher aufgezeichnet:

  • Castor 2008: Anti-Atom-Aktivistin geht in’s Gefängnis
    13. Oktober 2011 – Im November 2008 ketteten sich drei Aktivist_innen unter den Schienen der Castor-Strecke fest. Ihr Protest richtete sich gegen die menschenunwürdigen Bedingungen bei Uranabbau und -verarbeitung, wie auch gegen kapitalistische Logik der Energiekonzerne. Eine von ihnen geht nun ins Gefängnis.
  • Kletteraktivistin nach Castoraktion in Haft
    27. November 2011 – Das “Eichhörnchen” befindet sich nach einer Kletteraktion gegen den Catortransport in der JVA Preungesheim. Laut eines Justizbeamtin ist ein Kontakt zu ihr nicht möglich. Atomkraftgegner rufen zu Solidarität auf.

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Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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