Autobahn-Castoren aus Jülich sollen rollen

Ab Anfang 2012 sollen 152 Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Die Überführung findet per LKW statt, nötig weil die Zwischenlagergenehmigung in Jülich ausläuft. Mindestens 25 Mal muss die Strecke zurückgelegt werden, mit Beginn im Januar 2012 also rechnerisch alle 3 Wochen ein Transport. Atomkraftgegner sind empört, denn mit Entsorgung hat dieser Atommüll-Tourismus nichts zu tun.

Jülich - Ahaus

Jülich - Ahaus, google-maps.de

Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich bei Aachen soll ins etwa 200 Kilometer nördlich davon gelegene Zwischenlager Ahaus transportiert werden. Das entschied gestern der Aufsichtsrat des Forschungszentrums. Zwischen 1967 und 1988 lief am Forschungszentrum Jülich der sogenannte AVR-Reaktor. Die 152 Castor-Behälter mit 288.161 radioaktiven Brennelementkugeln stehen seitdem im nahen Zwischenlager auf dem Gelände des FZ Jülich. Dort sollen sie aber nicht bleiben, das Bundesamt für Strahlenschutz hält das Lager für veraltet – und die Genehmigung läuft 2013 aus. Um die Genehmigung für eine weitere Lagerung in Jülich zu ermöglichen, müsste das Lager entweder ertüchtigt oder sogar neugebaut werden, da es nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung entspricht. Die Landesregierung hatte im Aufsichtsrat die Errichtung eines neuen Zwischenlagers in Jülich beantragt, dies wurde jetzt jedoch mit den Stimmen der Bundesregierung abgelehnt.

Mit großer Empörung reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich, Ahaus und dem Münsterland auf die Entscheidung des Aufsichtsrats des Forschungszentrums Jülich, auf dem Abtransport der 152 „West-Castoren“ von Jülich nach Ahaus zu bestehen. Der Abtransport muss mit Schwerlasttransportern über die Autobahn nach Ahaus erfolgen. Wegen des Streits zwischen Land und Bund sowie den noch nicht erfolgten Genehmigungen für den Transport und die Einlagerung in Ahaus ist auch ein „genehmigungsloser Zustand“ möglich, sollte das Lager nicht bis zum 30. Juni 2013 geräumt sein.

Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) gibt an, dass sechs Transportgestelle für die Überführung zur Verfügung stehen, damit müssten mindestens 25 Transporte stattfinden – wenn Anfang Januar 2012 damit begonnen wird, alle drei Wochen einer.

„Bundesforschungsministerin Schavan und Bundesumweltminister Röttgen handeln verantwortungslos und ohne jede Einsicht. Sie haben kein Konzept für die Atommüllentsorgung und wollen deshalb den Atommüll einfach von einer Zwischenlagerhalle in die andere verschieben. Wir werden das aber nicht tatenlos hinnehmen, sondern entschlossenen und kreativen Widerstand organisieren,“ so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

  • Autobahnaktionstag zwischen Jülich und Ahaus angekündigt
    Die Landesregierung und Bundesumweltminister Röttgen sollen den Menschen eine Weihnachtsfreude bescheren, und die Trabsport stoppen! Gibt es keine Absage, dann wird es am 25. Februar auf den Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus einen Autocorso geben. Anschließend soll eine Kundgebung am Forschungszentrum laufen. Dazu soll es Mahnwachen und Plakataktionen an und auf Autobahnbrücken, Raststätten und Auffahrten geben.

Quellen (Auszug): www.kein-castor-nach-ahaus.de, taz.de, aachener-zeitung.de, www.radiorur.de; 01.12.2011

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