Feuer in schwedischem Atomkraftwerk

Heute Nacht kam es im schwedischen Atomkraftwerk Oskarshamn zu einem Feuer in der Turbinenhalle. Nach Betreiberangeben war der Brand schnell gelöscht. Der Reaktor ist notabgeschaltet worden.

In Block 2 des AKW an der schwedischen Ostküste sei in Folge eines Öllecks an einer Turbine ein kleines Feuer ausgebrochen, berichten Medien. Die Feuerwehr habe den Brand aber schnell löschen können. Laut Betreiber OKG sei es vermutlich zu einer Überhitzung der Hochdruckturbine gekommen.

Block 2 war kürzlich nach der jährlichen Revision und umfangreichen Wartungsarbeiten wieder angefahren worden, die betroffene Turbine habe mit 80 Prozent ihrer Leistung produziert. Nachdem gegen Mitternacht Rauchentwicklung in der Turbinenhalle entdeckt wurde, sei der Reaktor sofort abgeschaltet worden. Am vergangenen Donnerstag wurde erst eine Nachjustierung an der Turbine vorgenommen, wozu der Reaktor für kurze Zeit gestoppt werden musste.

Laut Christer Karlsson, Offizier der Polizei in Kalmar, bestand keine Gefahr für die Öffentlichkeit und keine Gefahr der Strahlungfreisetzung. Unklar ist, wann das AKW wieder ans Netz gehen könne.

In Schweden gab es in der Vergangenheit massive Probleme mit Turbinen im Zusammenhang mit der Leistungserhöhung von Reaktoren. Der benachbarte Block Oskarshamn-3 konnte erst Mitte September mit zweijähriger Verspätung volle Leistung erreichen – und ist nun der größte Siedewasser der Welt. Grund für die Verzögerung waren Turbinenprobleme. Auch im Kraftwerk Ringhals und Forsmark gab es 2008 vergleichbare technische Schwierigkeiten und die Reaktoren konnte über längere Zeiträume nur mit reduzierter Leistung gefahren werden.

Atomkraftgegner sehen in der Leistungssteigerung von alten Reaktoren, wie sie in Schweden durchgeführt wird,  ein hohes Risiko:

„Das ist, als würde ich in einen alten VW-Käfer einen 400PS-Moter einbauen, und alles andere an dem Wagens so belassen“, sagt Jan Becker von contratom. „Die massiven Probleme in Schweden zeigen einmal mehr, das Atomkraft eine Hochrisikotechnologie ist – mit der nicht experimentiert werden darf!“ Auch im deutschen AKW Gundremmingen versucht der Betreiber RWE seit Jahren, eine Leistungserhöhung durchzuführen.

Quelle (Auszug): dn.se, okg.se; 23.10.2011

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