Gründe gegen Castor-Transporte

Atomtransporte bergen ein enormes Risiko. Ihr Inhalt ist meist hochgiftig und kann innerhalb von wenigen Stunden ganze Landstriche in für Jahrhunderte unbewohnbare Gebiete verwandeln. Zehn gute Gründe gegen Atommülltransporte.

1. Radioaktive Dreckschleudern

Die Plutoniumfabriken in La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) leiten Tag für Tag Millionen Liter radioaktive Stoffe ins Meer, die zum Teil für Jahrmillionen strahlen werden. Niemand wird diese Verseuchung je wieder rückgängig machen und sanieren können. Das Meer wird als billige Kippe für. Atommüll missbraucht.

2. Kranke Kinder

Rund um Sellafield und La Hague ist die Blutkrebsrate bei Kindern deutlich höher als im jeweiligen Landesdurchschnitt. Das sind die heute schon nachweisbaren Folgen der skrupellosen Umweltverseuchung der deutschen Stromkonzerne, die zu den Hauptkunden ujd bis Mitte 2005 Hauptlieferanten in La Hague und Sellafield zählen.

3. Zweierlei Standards

Plutoniumfabriken wie La Hague und SellafieId würden in Deutschland keine Betriebsgenehmigung erhalten. Die hier geltenden Strahlenschutzbestimmungen verbieten es, solche riesigen Mengen Radioaktivität in die Umwelt auszustoßen. Damit verstößt die Wiederaufarbeitung gegen das deutsche Atomrecht, das eine „schadlose Verwertung“ des Atommülls vorschreibt.

4. Atommüll-Tourismus

Aller Atommüll, der nach La Hague und Sellafield geht, muss von den deutschen Stromkonzernen zurückgenommen werden. Wiederaufarbeitung löst das Atommüllproblem nicht, weil sich die Strahlenmenge nicht verringert, dafür aber das Müllvolumen vervielfacht wird.

5. Gefährliche Transporte

Der Atommüll-Tourismus von deutschen AKWs zu den Plutoniumfabriken und wieder zurück in deutsche Zwischenlager erhöht die Gefahren: Die Behälter sind nicht ausreichend gestestet. Wenn es zu einem Unfall kommt, können die Castoren undicht werden. Dann könnte Radioaktivität austreten und es notwendig werden, Menschen noch in mehreren Kilometern Entfernung vom Unfallort zu evakuieren. Auch um sinnlose Atomtransporte zu vermeiden, muss die Wiederaufarbeitung nicht nur in England und Frankreich sofort gestoppt werden.

6. Sinnlose Plutonium-Produktion

Wiederaufarbeitung stammt aus der Zeit, als noch von einem unendlichen Plutoniumkreislauf und dem Schnellen Brüter geträumt wurde. Diese Träume sind vor mehr als zehn Jahren endgültig geplatzt. In AKWs will niemand das Endprodukt der Wiederaufarbeitung nutzen: Plutonium. Der giftigste Stoff der Erde kann zum Bau von Atombomben verwendet werden. Die sinnlose Produktion von immer mehr Plutonium erhöht die Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen. Die deutsche Nuklearbranche hat ihren Strahlenmüll nur noch aus einem Grund in die Wiederaufarbeitung geschickt – weil sie sonst daran ersticken würde und die Reaktoren abschalten müsste.

7. Lange Fristen

Die Behauptung, die Wiederaufarbeitung sei im Jahr 2005 für Deutschland beendet, ist falsch. Wahr ist: Ab Mitte 2005 darf kein deutscher Atommüll mehr nach La Hague und Sellafield abgeschoben werden. Weil aber all dieser Müll, der vorher in die Plutoniumfabriken geliefert wurde (letzter Transport im April 2005 aus dem AKW Stade) noch verarbeitet werden darf, wir die radioaktive Umweltverseuchung für zehn oder mehr Jahre fortgesetzt.

8. Nationale Verantwortungslosigkeit

Nationale Verantwortung bedeutet: kein Export von Atommüll ins Ausland.
Und: Jeder Castor mehr im Zwischenlager Gorleben erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Atommüll letztendlich – gegen besseres Wissen – im unsicheren Salzstock in Gorleben „endgelagert“ wird.

9. Kein Endlager

Der Sachverständigenbeirat für Umwelt hat bereits 2000 festgestellt, dass wahrscheinlich „kein für alle Zeiten sicheres Endlager für stark radioaktive und wärme-entwickelnde Abfälle gefunden werden kann“. Auch Gorleben ist kein sicheres Lager für Atommüll und eine 30 jährige Zwischenlagerung in Leichtbauhallen ist keine Lösung des Atommüllproblems sondern das Abwälzen auf die nächste Generation. Die Atomkraftwerke müssen spätestens dann abgeschaltet werden, wenn ihre eigenen Brennstab-Abklingbecken voll sind.

10. Verschwendete Milliarden

Wären die 2.000 Tonnen Atommüll, die bis Mitte 2005 nach Sellafield und La Hague geschickt wurden, direkt „endgelagert“ und nicht – zu lasten von Mensch und Umwelt – wiederaufgearbeitet, wären den Stromkunden immense Mehrkosten in Höhe von rund 4 Milliarden Euro erspart geblieben.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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