AKW Grohnde blockiert

Mehrere hundert Menschen protestierten am Sonntag, den 2. Oktober 2011, in Grohnde (Niedersachsen). Nach einer Demonstration wurde die Zufahrtsstrasse zum AKW durch KletteraktivistInnen, die sich von einer Fernverkehrsstrassenbruecke abseilten, blockiert. Sie wurden durch etwa 50 AktivistInnen unterstuetzt, die die Strasse und das Betriebsgleis unterhalb der Bruecke mit einer Sitzblockade sperrten.

Eine zweite Zufahrtsstrasse wurde durch das angemeldete und genehmigte Anti-Atom-Konzert vor den Toren des Atomkraftwerks blockiert. Obwohl die Polizei ueber den Aktionstag informiert war, konnte sie die Blockaden nicht verhindern.

Die Protestierenden akzeptieren die deutsche Atompolitik nicht, die in Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima nur die acht aeltesten Atomkraftwerke abschaltete. Stattdessen wollen sie die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen einschliesslich der verbleibenden neun Atomreaktoren, der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen und anderer Atomanlagen. Der deutschen Atompolitik zufolge soll das AKW Grohnde weit laenger in Betrieb bleiben, als durch das alte Atomausstiegsgesetz festgelegt wurde. Daher bedeutet der sogenannte deutsche Atomausstieg eine Laufzeitverlaengerung, so die VertreterInnen der Demonstranten.

“Dem alten Atomausstiegsgesetz zufolge sollte Grohnde 2018 stillgelegt werden. Der deutsche ‚Atomausstieg‘ erlaubt stattdessen eine Laufzeitverlaengerung bis 2021″, sagt ein Aktivist. „Eine Atomkatastrophe, wie sie derzeit in Fukushima geschieht, ist jederzeit in jedem einzelnen Atomkraftwerk moeglich. Die Konsequenz aus dem schwersten Atomunfall der Geschichte muss die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen sein – natuerlich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.“

Am selben Wochenende fand eine Konferenz der deutschen Anti-Atom-Bewegung in Goettingen statt. Themen waren die internationale Unterstuetzung von Anti-Atom-Bewegungen in anderen Laendern, Strategien im Umgang mit dem sogenannten deutschen Atomausstieg, der angekuendigte Castortransport nach Gorleben und vieles anderes. AktivistInnen aus diesem Treffen unterstuetzten auchdie Blockade in Grohnde und rufen anlaesslich des Jahrestages des Desasters in Fukushima bereits jetzt zu einem Aktionstag am 11. Maerz 2012 auf.

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Bilder: Konrad Lippert

  • Grohnde ist Spitzenreiter
    2. Oktober 2011 – Die meisten Störfälle seit Inbetriebnahme haben sich im Atomkraftwerk Grohnde ereignet. Unter den neun noch laufenden AKW steht der 27 Jahre alte Reaktor an der Spitze. Atomkraftgegner fordern die sofortige Stilllegung.

Quelle: http://www.nuclear-heritage.net, 03.10.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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