Grohnde ist Spitzenreiter

Die meisten Störfälle seit Inbetriebnahme haben sich im Atomkraftwerk Grohnde ereignet. Unter den neun noch laufenden AKW steht der 27 Jahre alte Reaktor an der Spitze. Atomkraftgegner fordern die sofortige Stilllegung.

Im Durchschnitt 8,3 Störfälle im Jahr, das ist Fakt im Atomkraftwerk Grohnde.

  • Eine Woche nach der Einweihung fiel die Kühlung eines Hauptkabels im Generatorteil aus, der Reaktor mußte abgeschaltet und für 10.000.000 DM repariert werden. Wenige Tage später legte ein kleines Gewitter den Reaktor erneut lahm.
  • nach der Inbetriebnahme 1984 waren bis Anfang 1986 bereits sieben Notabschaltungen erforderlich wegen Pumpenausfällen, Defekten an der Spannungsversorgung und dem Ausfall einer elektronischen Baugruppe.
  • 1989 gehen Quetschmuttern am Fuß von Brennelementen verloren.
  • 1990 werden Defekte an Zentrierstiften von Brennelementen festgestellt.
  • 1993 werden elektronische Baugruppen in der Sicherheitstechnik falsch eingebaut.
  • 1996 kam es zum fehlerhaften Öffnen des Druckhalter-Abblaseventils am Primärkreislauf. Grund war eine fehlerhafte Bedienung. Der Vorfall wurde in INES-Stufe 1 eingestuft.
  • 2005 kam es durch eine Störung zu einer Abschaltung mehrerer Komponenten. Durch das weitere Öffnen der Mindestmengenventile der Speisewasserpumpen wurde eine Unterspeisungstransiente ausgelöst, die zur Folge hatte, dass der 2005 fiel nach einer Reihe von Defekten der Dampferzeugerfüllstand unter 8,5 Meter und es kam zu einer Turbinen- und Reaktorschnellabschaltung. Zehn Tage später kam es erneut zu einer Reaktorschnellabschaltung.

Weitere Kritikpunkte sind der Einsatz von Plutonium-Brennelementen (MOX), die um ein Vielfaches gefährlicher sind als herkömmliche Uranbrennstäbe. Atomkraftgegner aus der Region führen weiter an, dass der beim Bau verwendete Stahl nicht geeignet gewesen sei.

Sofort Stilllegen!

Heute wird in Grohnde für die sofortige Stilllegung des Reaktors protestiert. Denn kein Gramm des mit jedem weiteren Betriebstag produzierten Atommülls ist entsorgt. Sicherheit gegenüber Terror-Anschlägen existiert nicht und die Gefahr eines schweren Unfalls ist real. Auch contrAtom ruft zu den Protesten auf.

httpv://www.youtube.com/watch?v=iEMffROH64A

Quellen (Auszug): greenpeace.de, ndr.de; 02.10.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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