Unions-Umweltexperten für weltweiten Atomausstieg

Nach der Kehrtwende in der deutschen Atompolitik setzen Umweltexperten der Landtagsfraktionen von CDU und CSU in Hamburg noch einen Drauf: Der Ausstieg aus der Kernenergie dürfe kein deutsches Phänomen sein, weltweit müsse aus der Atomenergie ausgestiegen werden. Atomkraftgegner begrüßen dieses Schritt und fordern Engagement.

„Der Ausstieg aus der Kernenergie darf kein deutsches Phänomen sein“ sagte die umweltpolitische Sprecherin der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion, Birgit Stöver, am gestrigen Dienstag in Hamburg nach einem Treffen mit ihren Kollegen aus den 16 Bundesländern. Die Unionspolitiker verabschiedeten eine Resolution zur Energiewende in Deutschland, die sich unter anderem mit dem Netzausbau, der Gebäudesanierung und einer Novelle des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) befasst.

Im März hatte die Union unter Führung von Angela Merkel in einer geschichtsträchtigen Kehrtwende in der Atompolitik gegen die erst im Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung der ältesten Atomkraftwerke votiert. Neun Meiler wurden stillgelegt, nachdem es in Deutschland Massenproteste gegen Atomkraft gab und sich der Super-GAU in Fukushima ereignet hatte.

Atomkraftgegner begrüßen die Pläne der Union und fordern nun massgebliches Engagement:

„Die Union kann jetzt Vorreiter für den weltweiten Atomausstieg werden. Damit würde sich die Partei, die jahrzehntelang Inbegriff von Atomlobbyismus war, endlich der Zukunft hinwenden. Aber erstmal müssen auch die verbleibenden neun AKW abgeschaltet, die Urananreicherungsanlage Gronau stilllegt und das Brennelementewerk Lingen geschlossen werden. Deutschland könnte zum absoluten Positivbeispiel für den Atomausstieg werden, dem weltweit viele Länder folgen. Das Atomkraft keine Zukunft hat, belegen nicht zuletzt einfache Statistiken über die Anzahl an betriebsbereiten Reaktoren: Diese nimmt stetig ab“, so Jan Becker von contrAtom.

Quellen (Auszug): www.proplanta.de, 20.09.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv