16.07.1945 – „Trinity“, die weltweit erste Atombombenexplosion

Am 16. Juli 1945, vor 66 Jahren, fand die weltweit erste Atombombenexplosion in White Sands in New Mexico, USA statt. Zwei Wochen später wurden über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki die todbringenden Bomben abgeworfen.

Am 16. Juli 1945 testet die USA unter dem Kodenamen Trinity zum ersten Mal eine Atombombe. Es handelt sich im den weltweit erste Explosion einer Atombombe. Der Trinity-Test (engl. für Dreifaltigkeit) war die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion. Der Kernwaffentest wurde im Rahmen des Manhattan-Projekts, des Projektes der USA zur Kernwaffenforschung, durchgeführt. Trinity war der Codename des US-Militärs für diese erste Kernwaffenexplosion.

Die Testwaffe, eine Plutonium-Implosionsbombe, sollte um 4 Uhr morgens auf einem 20 Meter hohen stählernen Turm in der White Sands Missile Range in New Mexico (USA) gezündet werden. Aber aufgrund schlechten Wetters verzögerte sich der Test auf 5:29:45 Uhr lokale Zeit. Die Explosion, die 88 TJ Energie freisetzte, also eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT-Äquivalent besaß, hinterließ einen 3 m tiefen und 330 m breiten Krater in der Wüste. Die Druckwelle war 160 km weit zu spüren und die atombomben-typische Pilzwolke erreichte 12 km Höhe. Der Sand in der Explosionsumgebung schmolz wegen der großen Hitze zu grünlichem Glas.

Um den Test zu verbergen, meldete das Militär, dass es sich um eine Explosion eines Munitionslagers gehandelt hätte und gab die Tatsache des Atombombentests erst am 6. August, also am Tag des Bombenabwurfs auf Hiroshima, bekannt.

Die Explosion auf einem Turm begünstigte radioaktiven Fallout. Terrain und Wind verursachten radioaktive „Hot spots“. Farmer beobachteten vier bis fünf Tage lang mehlartigen Fallout. Anwohner im Umkreis von rund 20 Kilometern benutzten Regenwasser als Trinkwasser. Es gab keine Warnungen für Anwohner, keine Informationen über Schutzmöglichkeiten, keine Evakuierung. Mit ungeeigneten Instrumenten registrierte man Expositionsraten bis 1,4 µC/kg/s, wobei sich das Ausmaß der ?-Strahler-Kontamination durch etwa 4,8 Kilogramm ungespaltenes Plutonium kaum bestimmen ließ. Bis heute sind die Messdaten dieses Feldversuchs nicht rigoros evaluiert, Dosisbelastungen der betroffenen Öffentlichkeit durch Luft-, Wasser- und Nahrungsmittelkontamination nicht bestimmt worden.

Seit „Trinity“ haben die fünf Atomwaffenstaaten USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien und China 2.045 Atomwaffentests in der Atmosphäre und unterirdisch durchgeführt. Das bedeutet: Bis 1998 gab es alle anderthalb Wochen einen Test. Zusätzlich führten Indien und Pakistan zwölf Tests durch.

  • Laut IPPNW ist der weltweite Anstieg von Krebserkrankungen auf den radioaktiven Fallout der Atombombentests der Jahre 1957 bis 1963 zurückzuführen.

Der Abwurf der Atombomben lässt sich an Grausamkeit kaum überbieten.

Am 06. August 1945 warf der US-B29-Bomber Enola Gay die Atombombe „Little Boy“ über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Bis Ende Dezember 1945 starben etwa 140.000 Menschen. Es handelt sich um den ersten von zwei Einsätzen von Atombomben in kriegerischen Auseinadersetzungen überhaupt. Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort. Weitere 130.000-140.000 Menschen starben bis Jahresende an den Folgen des Angriffs, zahlreiche weitere an Folgeschäden in den Jahren danach.

Am 9. August 1945 um 11:02 Uhr warf ein amerikanischer B-29 Bomber, die Bockscar, die „Fat Man“ genannte Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki ab. Es handelte sich um den zweiten und bis heute letzten Einsatz einer Atombombe gegen Menschen. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung wohnten 2.000 Meter oder weniger vom Bodennullpunkt entfernt. Im Innenstadtbereich starben sofort etwa 22.000 Menschen; weitere 70.000 – 80.000 starben innerhalb der nächsten vier Monate. Die Zahl der Verletzten in Nagasaki betrug 74.909 Personen. Infolge der Strahlenkrankheit starben bis 1946 etwa weitere 75.000, bis 1950 ca. 140.000. In Nagasaki lag die Leukämierate siebenfach höher als für die Menschen einer vergleichbaren japanischen Population.

Das AKW und die Bombe

Die Geschichte lehrt, dass viele Länder, die in die Atomtechnologie eingestiegen sind, vorrangig ein militärisches Interesse damit verbanden. Das heißt: Sie wollten nicht nur Strom produzieren, sondern auch die Fähigkeit erwerben, Atombomben zu bauen.

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Quellen (Auszug): de.wikipedia.org, ippnw.de, atomwaffena-z.info; 16.07.2011

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