Spontancamp gegen Atomtransporte durch Rostock

Anti-Atom-Aktivisten haben gestern in Rostock ein spontanes Camp gegen Atomtransporte durch den Hafen begonnen. Eigentlich war eine Fahrradtour vom Neuen Markt zum Seehafen geplant.

Seit einigen Wochen ist bekannt, dass die Reederei Scandlines LKW mit Uran-Brennelementen transportiert, die Uranhexaflourid und MOX-Brennelementen mit 7 – 8 % Plutonium enthalten. Dies geschieht durchschnittlich 2 x pro Woche ohne zusätzliche Informationen für Passagiere, die von oder nach Schweden fahren.

Mecklenburg-Vorpommern ist Transitland, denn der Transporte findet zwischen der Brennelementefabrik in Västeras, Schweden und AKWs in den alten Bundesländern, sowie Schweiz, Frankreich und weiteren Ländern statt. Ohne jegliche Transparenz für Urlauber, Hafenarbeiter, Anwohner und kommunale Verwaltung werden hochgefährliche Stoffe unter anderem im Rostocker Hafen umgeschlagen. Das Innenministerium des Landes M-V führt diese Geheimhaltungspraxis mindestens schon seit 2006 durch.

  • Plutonium ist hochgiftig und hat eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren
  • Flusssäure tötet nach wenigen Minuten und entsteht, wenn Uranhexaflourid mit Wasser in Verbindung kommt.

Das Anti-Atom-Bündnis NordOst organisierte aus Protest gegen diese Transporte eine Fahrraddemonstration, die auch über einen Teilabschnitt der A19 führen sollte. Schon nach Veranstaltungsbeginn verfügte die Stadt Rostock eine Routenänderung über eine wenig lukrative Strecke. Bereits im Vorfeld gab es eine Verhandlung mit dem Ordnungsamt der Stadt Rostock, bei der ein Kompromiss gefunden wurde, in dem die Fahrraddemo nur ein Teilstück bis zur Hafenabfahrt auf der A19 fahren sollte. Laut Presseberichten sah sich die Polizei nicht in der Lage die Veranstaltung ausreichend zu sichern. Der Versammlungsleiter legte daraufhin Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und die Teilnehmer_innen erklärten, dass sie solange auf dem Neuen Markt ausharren bis das Verwaltungsgericht eine Entscheidung trifft oder die Stadt die Verfügung aufhebt.

Die Polizei sieht sich in der Lage, Atomtransporte mit einem massiven Aufgebot gegen den Willen der hiesigen Bevölkerung durchzusetzen. Bei einer Fahrraddemonstration verweigert sich die Polizei. Das ist mit unserem Demokratieverständnis nicht vereinbar.

  • Atomausstieg – Die Wahrheit Teil 8: Atomtransport rollen weiter durchs Land
    Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Doch weiterhin rollen gefährliche Atomtransporte durch Deutschland. Eine Verbesserung der Sicherheit gibt es seit Fukushima nicht. Und durch den Abbau der AKW werden die Transport noch weiter zunehmen.

Quelle (Auszug): lubmin-nixda.de, 09.07.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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