Atomausstieg 2022 beschlossene Sache

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen: Der Bundesrat hat am Freitag die stufenweise Abschaltung aller Meiler in Deutschland bis zum Jahr 2022 beschlossen. Die sieben ältesten Meiler und Krümmel werden stillgelegt, bis September soll die Bundesnetzagentur entscheiden, ob eines der acht stillgelegten AKW für den Fall von Stromengpässen bis 2013 in Bereitschaft bleibt.

Mit dem Beschluss der Länder wird als Folge der Katastrophe von Fukushima die erst im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung endgültig zurückgenommen.

Die Reihenfolge der Abschaltung bei den neun verbleibenden Atommeilern sieht so aus:

  • 2015 – Grafenrheinfeld
  • 2017 – Gundremmingen B
  • 2019 – Philippsburg II
  • 2021 – Grohnde, Brokdorf, Gundremmingen C
  • 2022 – Isar II, Neckarwestheim II und Emsland

Besonders zum AKW Gundremmingen gibt es Kritik: Beide Blöcke sind baugleich – dürfen aber unterschiedlich lange weiterlaufen. Nicht die Sicherheit ist Massstab für den Betrieb, sondern der vermeintliche Stromengpass im besonders vom Atomausstieg betroffenen Bundesland Bayern.

„Der Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken, davon der Großteil noch mehr als ein Jahrzehnt, wird den Erkenntnissen aus Fukushima nicht gerecht. Bundesumweltministerium und die Reaktorsicherheitskommission haben festgestellt, dass in keinem Meiler eine Kernschmelze auszuschließen ist. Wer trotzdem noch lange Jahre an diesen gefährlichen Kraftwerken festhält, obwohl alle Experten sagen, dass ein schnellerer Ausstieg möglich ist, der betreibt keine verantwortungsvolle Politik, sondern setzt die Bevölkerung unnötigen Risiken aus“, so Jochen Stay von ausgestrahlt.

„Wir begrüßen die endgültige Abschaltung von mindestens sieben alten und gefährlichen Atomkraftwerken“, so Jan Becker von contrAtom. „Diesen Konsens aber als endgültigen Atomausstieg zu feiern, ist eine Farce. Dieses Gesetz ist nicht unumstösslich und die Stilllegung aller Meiler könnte viel schneller gehen. Die Liste an Kritik ist lang – und deshalb werden die Proteste weitergehen!“

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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