RWE-Einstieg bei niederländischem AKW fast perfekt

Der Einstieg des AKW-Konzerns RWE in die niederländische Atomstromerzeugung ist fast perfekt: RWE will 30 Prozent am AKW Borssele übernehmen – und vielleicht auch an einem künftigen Neubauprojekt beteiligt sein.

RWE habe sich nach Angaben des Essener Konzerns mit dem niederländischen Versorger Delta geeignet, der Anteil dürfte rund 600 Millionen Euro kosten. Auch die Behörden hätten grünes Licht gegeben. Jetzt stehe nur noch der Abschluss, das sogenannte Closing aus, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Ob RWE sich auch an einem Neubau Borssele II beteiligt, ist noch offen.

  • In jedem Fall könnte RWE dann Nuklearstrom aus den Niederlanden nach Deutschland importieren.

RWE wollte bereits 2009 im Zuge der damaligen Übernahme des niederländischen Versorgers Essent auch gleich dessen 50 Prozent-Anteil an Borssele übernehmen. Delta hatte gegen eine Übernahme von 50 Prozent durch RWE geklagt. Nun gebe es eine außergerichtliche Einigung.

Das derzeit einzige niederländische Atomkraftwerk Borssele I liegt an der Nordsee im Süden des Landes in der Provinz Zeeland, 200 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Niederländer setzten trotz Fukushima auf den Ausbau der Atomenergie.

„Deutschland steigt aus der Atomkraft aus und ein deutscher Konzerns will im Nachbarland weiter Atomkraftwerke betreiben – oder sogar neue bauen. RWE muss durch gezielte Kampagnen von der Bevölkerung gezwungen werden, aus dem Atomgeschäft auszusteigen!“ fordert Jan Becker von contrAtom.

  • RWE will Atomkraftwerk in den Niederlanden bauen
    17. Mai 2011 – Es ist der Gipfel an Arroganz: der deutsche Energiekonzern RWE plant den Bau eines Atomkraftwerks in den Niederlanden. Während der Konzern sich in Deutschland von seinen Uraltreaktoren Biblis verabschieden muss, soll 200km von der deutschen Grenze entfernt ein Neubau entstehen. Atomkraftgegner kündigen Protest gegen die aggressive Konzernpolitik an.
  • Niederlande plant Atomkraftwerk an der Emsmündung
    2. Mai 2011 – Im Schatten der Reaktorkatastrophe in Fukushima hält die niederländische Regierung an den Neubauplänen für ein Atomkraftwerk fest. Ein favourisierter Standort ist unweit der deutschen Grenze bei Emden, der Energiekonzern RWE will sich am Bau beteiligen.

Quelle (Asuzug): dpa, 05.07.2011

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