Atomausstieg? – Die Wahrheit Teil 9: Der Atomausstieg kostet keine Milliarden

Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Und die Industrie prognostiziert Milliardenkosten und ein Abwandern der Industrie.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) etwa erwartet infolge des beschleunigten Atomausstiegs erhebliche Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft. Nicht nur koste es rund 55 Milliarden Euro, den wegfallenden Strom der Kernkraftwerke durch neue oder erweiterte Kohle- und Gaskraftwerke zu ersetzen, teilte das Institut am Montag in Berlin mit. Zusätzlich könnten steigende Strompreise das produzierende Gewerbe ins Ausland treiben und damit den Industriestandort Deutschland schwächen.

RWE-Chef Großmann warnte Mitte Juni vor schwerwiegenden Folgen des Ausstiegs für die gesamte deutsche Wirtschaft. Dem Land drohe eine De-Industrialisierung: „Wenn die Politik weiter so konsequent die Zerstückelung der industriellen Energieerzeugung betreibt, werden wir bald auf ganze Industriezweige verzichten müssen. Konzerne wie BASF oder ThyssenKrupp wird es dann hier nicht mehr geben“, warnte Großmann. Auch die eigene Branche gerate zunehmend unter Druck. „Der Wertverlust unserer Aktie macht mir Sorge. Die Gefahr einer feindlichen Übernahme wächst“.

Nach einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie wird der Atomausstieg aber zumindest kurzfristig keinen Anlass für Strompreiserhöhungen sein. Weil die Energieversorger ihre Strommengen für dieses und das kommende Jahr größtenteils schon vor dem Moratorium beschafft hätten, mache sich das im März von der Regierung verhängte Atommoratorium kaum bemerkbar, heißt es in der am 21. Juni veröffentlichten Untersuchung.

Zwar habe sich aus dem im März von der Bundesregierung verhängten dreimonatigen Moratorium eine Preiserhöhung von 0,6 Cent pro Kilowattstunde ergeben, heißt es in der Studie des Leverkusener Energieexperten Gunnar Harms. Da die Energieversorger ihre Strommengen für die Haushalts- und Kleinkunden aber schon im Voraus auf Termin beschafften, mache sich dieser Preiseffekt für 2011 überhaupt nicht und für 2012 nur teilweise bemerkbar.

Für 2012 zeige sich zudem, dass bestimmte preiserhöhende Faktoren durch preissenkende „nahezu exakt“ ausgeglichen würden.

„Für die Strompreisbildung sind transparente faire Preisbildungsmechanismen an den Gasterminmärkten von höherer Bedeutung als die Stilllegung von Kernkraftwerken“, urteilten die Gutachter.

Während in den vergangenen Jahren die Kosten der Konzerne für den Atomstrom deutlich sanken, stiegen beständig die Strompreise, allein deswegen, weil die Atomkonzerne immer dreister abkassiert haben. Aufgrund falscher Preisbildungsmechanismen in Deutschland sind die Kosten von den Preisen für die Privathaushalte vollkommen abgekoppelt. Drastische Kostensenkungen durch die Einspeisung von Solarstrom (Photovoltaik) werden von den Konzernen auf rechtswidrige Weise nicht an die Stromkunden weitergegeben. Der immense Zubau erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren rechtfertigte laut Bundesnetzagentur keinerlei Strompreiserhöhung.

  • Es ist unbestreitbar, dass eine dezentrale Energiewirtschaft in Bürgerhand, basierend auf heimischen erneuerbaren Energien, perspektivisch für die Bevölkerung die günstigste Alternative ist. Es gilt jetzt, das System der Abzocke durch Großkonzerne, den Import teurer Energierohstoffe und das Führen teurer Energiekriege auf Kosten der Steuerzahler zu beenden.

An das Märchen vom billigen Atomstrom glauben immer weniger Menschen wenn sie erfahren, dass wir als Steuerzahler in den letzten 30 Jahren in Deutschland knapp 200 Milliarden Steuergelder in die Nuklearenergie investieren mussten. Seit 1990 haben die Erneuerbaren Energien die Steuerzahler nur mit 36 Milliarden Euro belastet. Noch entscheidender sind jedoch die künftigen finanziellen Vorteile der Erneuerbaren Energien. Diese Investitionen von heute sind eingesparte Kosten von morgen.

  • Studie: Atommoratorium kein Grund für höhere Strompreise
    21.06.2011 – Der Atomausstieg gibt nach einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie zumindest kurzfristig keinen Anlass für Strompreiserhöhungen. Weil die Energieversorger ihre Strommengen für dieses und das kommende Jahr größtenteils schon vor dem Moratorium beschafft hätten, mache sich das im März von der Regierung verhängte Atommoratorium kaum bemerkbar, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung.
  • Wie teuer wird der Atomausstieg?
    9. Mai 2011 – Ist der Atomausstieg überhaupt finanzierbar? – so fragen jetzt viele Bedenkenträger und natürlich die unverbesserlichen Atomfreunde. Fest steht: Keine Energiequelle ist so teuer wie die Atomenergie. Das Frauenhofer-Institut in Karlsruhe hat für eine meiner Fernsehsendungen schon vor 15 Jahren errechnet, dass die Kilowattstunde aus einem Kernkraftwerk realistisch zwei Euro kosten müsste. Aber AKW sind weder realistisch versichert noch stehen die Folgekosten auf der Stromrechnung.
  • Die “soziale Sicherheit” des Super-GAU
    7. Mai 2011 – Im Entwurf des CDU-Energiekonzepts stellt die Partei fest, dass ein sofortiges Atom-Aus die “soziale Sicherheit” Deutschlands gefährden würde. Die “soziale Sicherheit” nach einem schweren Atomunfall lässt sie hingegen offen.
  • Scheindebatte um die Kosten
    18. April 2011 – Plötzlich geht es nur noch um Geld: Nicht mehr die Sicherheit der Bevölkerung steht im Vordergrund in der Debatte um die Zukunft der Atomenergie in Deutschland, sondern die Finanzierung der Alternativen. Damit versucht die verzweifelte Atomlobby von der Tatsache abzulenken: Atomkraft ist am teuersten – sie kostet das Leben.

Atomausstieg? DIE WAHRHEIT:

Quellen (Auszug): news.yahoo.de, focus.de, sonnenseite.com; 27.06.2011

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