25 Hektar Atommüll: Aus den Augen aus dem Sinn ist vorbei

Auf 250.000 Quadratmeter sollen die schwach-, mittel- und wohl auch hochradioaktiver Hinterlassenschaften der Atomindustrie aus dem ehemaligen Endlagerberwerk Asse-II bis zu einer Lösung zwischengelagert werden. Diese Lösung ist nicht in Sicht – und in Deutschland wird trotzdem weiter auf einen Salzstock als Endlager spekuliert.

Aus den Augen aus dem Sinn: 126.000 Fässer mit unterschiedlichsten Inhalten, ersten Schätzungen zufolge etwa 100.000 Kubikmeter radioaktiver Abfall wurden zwischen 1967 und 1978 in das Salzbergwerk eingebracht. Die anschließende Geschichte ist ein Beleg für die Nichttauglichkeit von Salz als Endlagermedium: heute müssen täglich 10.000 Liter Wasser, teilweise radioaktiv verseucht, abgepumpt werden.

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nach dpa Informationen plant das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz den Nachlass der atomaren Industrie wieder an das Tageslicht zu holen – der eine Fläche von 25 Fußballfeldern füllen wird. Die Rückholung ist die einzig vernünftige Lösung für das havarierte Bergwerk zum Schutz des Grundwassers vor langfristiger Verseuchung der gesamten Region. Es geht aber um mehr: den eindrücklichen Beweis für das Scheitern der Langzeitsicherheit für untertägige Endlagerung!

„Aus der Asse-II lernen bedeutet nicht nur die sofortige Aufgabe des Endlagerprojektes Gorleben sondern auch sich von der Vision zu verabschieden, man können Atommüll über lange Zeiträume sicher unterirdisch lagern!“ fordert Jan Becker von contrAtom. „Das bedeutet aber auch, das Endlager Schacht Konrad sofort zu schließen!“

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Quelle (Auszug): dpa; 23.06.2011

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