Die logische Konsequenz: Urananreicherung stoppen!

Als logische Konsequenz aus dem deutschen „Atomausstieg“ fordern Atomkraftgegner das sofortige Ende der Urananreicherung und Brennelementeherstellung. Eine Regierung, die es mit dem Abschalten ernst meint muss nun auch konsequent die Atomindustrie beenden. Atomkraftgegner aus Nordrhein-Westfalen wollen am 03. Juli in Gronau protestieren.

Für einen „konsequenten und glaubwürdigen Ausstieg“ müssten alle „Anlagen des Kernbrennstoffkreislaufs“ stillgelegt werden, heißt es in einem Bundesratsantrag, den die Länderkammer NRW am Freitag angenommen hat. Gerade nach einem deutschen Atomausstieg sei es „politisch und moralisch widersprüchlich und nicht hinnehmbar“, ausländische Atomkraftwerke mit Brennstoff zu beliefern.

In einem offenen Brief an die Grünen fordern 15 Anti-Atom-Initiativen von der Regierung und den Grünen, die Brennstoffproduktion zu beenden. In einem zunächst vorgelegten 15-Punkte-Plan der Landesregierung wurde die Urananreicherungsanlage nämlich gar nicht erwähnt. Und im Beschluss des grünen Bundesvorstands für den Sonderparteitag am kommenden Samstag in Berlin komme die Stilllegung der Gronauer Atombrennstoffproduktion „als Vorbedingung für ,Konsens‘ mit Schwarz-Gelb überhaupt nicht vor“.

Dabei versorgt die UAA schon heute 30 AKW weltweit mit Uranbrennstoff made in Germany! Damit bedient die Anlage aktuell 7 Prozent des Weltmarkts. Und nach Abschluss des 2005 genehmigten Ausbaus dürften rund 10 Prozent aller Atomkraftwerke weltweit mit Uran aus der Stadt im Münsterland betrieben werden. Das ist kein Atomausstieg!

„Der UAA muss die Betriebsgenehmigung entzogen werden“, fordert Udo Buchholz, Vorstand im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Die UAA-Betreiberfirma Urenco hat selbst eingeräumt, dass ihre Anlage nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert ist und dass die Behälter, mit denen der Atombrennstoff tonnenweise durch die Republik gefahren wird, Bränden nur 20 Minuten standhalten würden. „Die UAA kann sofort stillgelegt werden – wenn es politisch gewollt ist“, so Buchholz.

Auch das fehlende Entsorgungskonzept ist ein Grund, der zur sofortigen Aufhebung aller Betriebsgenehmigungen bei der Urananreicherungsanlage führen muss: Noch in diesem Jahr soll in Gronau mit dem Bau eines sogenannten Zwischenlagers begonnen werden, in dem 60.000 Tonnen Uranoxid, also Uranmüll, gelagert werden sollen.

„Damit soll in NRW eine weitere Atomanlage gebaut werden, obwohl weit und breit kein sicheres Endlager in Sicht ist. Genehmigt wurde das Uran-Lager bereits 2005 von der damaligen rot-grünen Landsregierung. Die derzeitige Landesregierung in Düsseldorf lehnt Atomanlagen ab. Sie muss dafür Sorge tragen, dass das Lager nicht gebaut wird“, fordert Buchholz.

  • Am 3. Juli findet in Gronau der 300. Sonntagsspaziergang statt. 300 mal Widerstand ist für uns ein Anlass zum Feiern – und zum weitermachen, bis die Anlage endlich stillsteht. Deswegen gibt es um 13 Uhr vor der Urananreicherungsanlage eine Demo und Straßenfest.

Quellen (Auszug): taz.de, aku-gronau.de; 19.06.2011

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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