Italien steigt aus

Drei Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima haben die Italiener der Atomenergie endgültig den Rücken gekehrt. In einer Volksabstimmung votierten sie am Sonntag und Montag mit überwältigender Mehrheit gegen den von Regierungschef Silvio Berlusconi angestrebten Wiedereinstieg in die Atomenergie.

Nach Auszählung der Stimmen aus mehr als der Hälfte der Wahllokale sprachen sich 94,6 Prozent gegen den Wiedereinstieg in die Atomenergie aus. Berlusconi erkannte die Niederlage an. „Wir müssen uns von der Nutzung von Atomkraftwerken verabschieden und uns energisch bei erneuerbaren Energien engagieren“, sagte er am Montagabend.

Umweltschützer und die linksgerichtete Opposition, welche die Referenden angestrengt hatte, sprachen von einem „historischen Sieg“. Der Ausgang der Volksabstimmung bedeute „den endgültigen Abschied von der Atomkraft“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Umweltschutzorganisation Legambiente, Stefano Ciafani.

Derzeit hat Italien keine Atomkraftwerke, nachdem sich die Bevölkerung nach der Tschernobyl-Katastrophe 1987 gegen die Atomenergie ausgesprochen hatte. 2008 hatte die Berlusconi-Regierung dann aber den Bau von vier Atomkraftwerken ab 2014 beschlossen. Dies wurde jedoch unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima im April auf Eis gelegt.

Quelle (Auszug): news.yahoo.de, 13.06.2011

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