Proteste gegen Atomtransport in Hamburg

Über das Hamburger-Stadtgebiet und den Hafen gehen eine Vielzahl von Atomtransporten. Hamburg ist eine Drehscheibe zur Versorgung und zur Entsorgung der AKWs im internationalen Atomgeschäft. Heute wurde gegen die Ankunft eines Uran-Schiffes protestiert.

Uranoxide, das extrem giftige Uranhexafluorid, unbestrahlte und bestrahlte Brennelemente oder andere Produkte im Zusammenhang mit der Nutzung der Atomtechnologie werden im Hamburger Hafen umgeschlagen und/oder durch das Hamburger Stadtgebiet transportiert.

Eine Gruppe von Anti-Atom-Aktivist_innen empfing heute morgen mit einer Barkasseneskorte den russischen Frachter „Kholmogory“ der Reederei NSC auf der Elbe, das zwei Container Urandioxid geladen hatte. Der Stoff ist Grundlage für die Herstellung von Brennelementen für AKWs, die u.a. im Werk in Lingen gefertigt werden.

Die Aktivist_innen machten mit ihrer Aktion darauf aufmerksam, dass durchschnittlich alle 1,5 Tage ein Atomtransport im Hamburger Hafen umgeschlagen wird. Sie fordern von dem Hamburger Senat die Entwidmung des Hafens für Atomtransporte.

Seit 2004 haben mehr als 400 Atomtransporte durch das Hamburger Stadtgebiet per Schiff, Bahn und LKW stattgefunden. Davon allein in diesem Jahr, bis zum 06.05.09, 61 Transporte. Das bedeutet, daß zur Zeit im Durchschnitt alle zwei Tage radioaktive oder hochtoxische Stoffe durch die Millionenmetropole befördert werden.

2 Kommentare

  1. Der Urantransport heute lief mit 2 LKW weiter zur bundesweit einzigen Brennelementefabrik in Lingen. Dort konnten AktivistInnen aus der Region um 14.11 Uhr und 14.16 Uhr erstmals die Ankunft der beiden Uran-LKW beobachten und dokumentieren. Polizei war auch schnell vor Ort.

    Auch in Russland regt sich Widerstand: AktivistInnen aus St. Petersburg kündigten an, sich künftig an den Protesten zu beteiligen – wir werden wie bei den erfolgreich gestoppten Uranmüllexporten nach Russland wieder mit einer internationalen Kampagne die Transporte angehen und zum Stehen bringen.

    Den Freundinnen und Freunden aus Hamburg für ihre harte Arbeit vor Ort ein großes solidarisches Dankeschön!

    Und am 3. Juli wird um 13 Uhr vor UAA Gronau gegen die Urananreicherung in Deutschland demonstriert, zeitgleich gehen AtomkraftgegnerInnen im sibirischen Angarsk gegen die Urananreicherung dort auf die Straße. In Angarsk lagern mehrere Zehntausend Tonnen Uranmüll aus Westeuropa, u. a. aus Gronau!

    Urantransporte stoppen – alle Urananreicherungsanlagen sofort stilllegen!

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