Die Atomlobby schlägt zurück: dramatische Folgen bei Atomausstieg prognostiziert

Ausgerechnet am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl veröffentlicht der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) eine Untersuchung: ein schneller Atomausstieg hätte dramatische Folgen für die Produktion und die Arbeitsplätze in Deutschland.

Die dauerhafte Abschaltung von 8 Atomkraftwerken und die Abschaltung der übrigen AKW bis 2018 liesse die Strompreise nach einer Untersuchung des Kölner Energieforschungsinstituts r2b energy consulting im Auftrag des BDI um fast ein Drittel steigen. Die Strom-Großhandelspreise lägen im Jahr 2018 mit 70 Euro pro Megawattstunde um bis zu 30 Prozent höher als ohne vorgezogenen Ausstieg. Bis 2020 kämen auf die industriellen Stromverbraucher allein durch einen vorgezogenen Kernenergieausstieg Mehrkosten von insgesamt rund 33 Milliarden Euro zu. Die steigenden Preise erklären sich vor allem durch den Einsatz teurerer Erzeugungstechnologien und durch höhere CO2-Preise.

Für die Unternehmen, die besonders auf Energie angewiesen seien, könne ein Ausstieg aus der Atomkraft-Nutzung bis 2017 die Energiepreise um 222 Prozent in die Höhe treiben und die Branche damit existenziell gefährden, schrieb der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, im „Handelsblatt“ vom Dienstag. Es drohten dramatische Folgen für die Produktion und die Arbeitsplätze in Deutschland.

Zu einer ganz anderen Einschätzung kommt Claudia Kemfert vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): „Die deutsche Wirtschaft kann wie keine andere vom Boom der grünen Branchen profitieren. Allein in Deutschland können bis zu einer Million zusätzlicher Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen in die entscheidenden Zukunftsmärkte investieren.“

Wer jahrelang eine Energiewende erfolgreich blockiert und Dinosauriertechnologie vertritt darf nach Anbruch eines neuen Zeitalters nicht jammern. Zudem sind die Folgekosten für die langfristige Entsorgung von weiterem Atommüll überhaupt nicht zu kalkulieren, die Kosten eines schweren Unfalls erst recht nicht. Das der BDI diese pro-Atom-Untersuchung am 25 Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, unter der noch heute zehntausende Menschen leiden veröffentlicht, zeigt deutlich die wahren Beweggründe. Die deutsche Industrie will den Atomausstieg zugunsten des eigenen Profits verhindern!

Deutschland könnte anstatt um alte Atomkraftwerke zu trauern weltweiter Marktführer in den Bereichen erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiespeicherung, intelligente Daten- und Energienetze, aber auch in den klassischen Umweltschutzbranchen wie Müllverarbeitung, Recycling und Wasseraufbereitung werden.

  • Die bundesweite Kampagne „Euer Nonsens ist kein Konsens“ rückt den Verursachern des AKW-Betriebs auf die Pelle: Die Hardliner E.ON und RWE sowie atomstrom-intensive Unternehmen müssen mit Protesten für einen schnellen Atomausstieg rechnen.
  • Infos: www.euernonsensistkeinkonsens.de

Quellen (Auszug): reuters, focus.de; 26.04.2011

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