Italien stoppt Wiedereinstieg in Atomkraft

Italien hat den eigenen Wiedereinstieg in die Atomkraft vorerst gestoppt. Nach dem GAU in Tschernobyl hatte das Land nach einer Volksbefragung bis 1990 alle vier AKWs abgeschaltet. Vor dem GAU von Fukushima plante Italien den Bau eines EPR-Reaktors – gegen erheblichen Widerstand in der Bevölkerung.

Wenige Tage nach dem 11. März kündigte die Regierung ein Moratorium an, nun wurde eine Gesetzesänderung in den Senat eingebracht, die die Vorbereitungen und die Suche nach Standorten für neue Kernkraftwerke definitiv stoppt. Industrieminister Claudio Scajola hatte am 22. Mai 2008 bekannt gegeben, Italien werde bis zum regulären Ende der Legislaturperiode (2013) mit dem Bau mehrerer moderner Atomkraftwerke beginnen. Jetzt müsse die Sicherheit atomarer Energie erst weiter wissenschaftlich erforscht werden, heißt es zur Begründung. Auch die technologische Entwicklung gelte es zu berücksichtigen. Sollte diese Änderung im Parlament durchkommen, wäre das am 12. Juni vorgesehene Referendum der italienischen Atomkraftgegner gegen den Wiedereinstieg überholt. Die Regierung musste befürchten, das Referendum unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe zu verlieren.

Zunächst hatte die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi den geplanten Wiedereinstieg angesichts der schweren Schäden an den japanischen Atomkraftwerk Fukushima infolge des Erdbebens nur für ein Jahr ausgesetzt. Die Regierung wollte sich im übrigen 24 Monate Zeit nehmen, um ihre Kernenergie-Strategie genauer zu definieren, hieß es am 23. März.

In Italien gab es massiven Widerstand gegen die Neubaupläne eines „Europäischen Druckwasserreaktors“, die am 24. Februar 2009 mit der französischen Regierung vereinbart wurden: im as erdbebengefährdete Chioggia (30 km Luftlinie von Venedig entfernt), gegen Monfalcone (Friaul, 25 km nordwestlich von Triest), Caorso in der Region Emilia Romagna und in Trino Vercellese (im Piemont, 50 km östlich von Turin). An den beiden letzt genannten Standorten befinden sich abgeschaltete Reaktoren. Neben den Bauplänen im eigenen Land wollte Italien sich 2009 am zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) in Frankreich beteiligen.

Quellen: de.wikipedia.org, dpa; 20.04.2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
Artikel-Archiv