Fukushima wird nie vorbei sein

Der Betreiberkonzern TEPCO propagiert, er haben in sechs bis neun Monaten alles unter Kontrolle. 25 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl sind die Folgen noch immer katastrophal. Fukushima wird Jahrzehnte benötigen, bis überhaupt an Normalität gedacht werden kann. Langzeitfolgen der radioaktiven Strahlung sind aber noch überhaupt nicht abzuschätzen.Es ist eine unglaubliche Medienkampagne:

  • Bauern aus der verstrahlten Region bekommen einen Solidaritätsmarkt für ihr verseuchtes Gemüse.
  • Menschen, die alles verloren haben, sollen einige Tausend Euro „Entschädigung“ bekommen.
  • Strahlengrenzwerte werden angepasst, Messergebnisse relativiert, beschönigt oder geheimgehalten.
  • Anstatt wenigstens Kinder und schwangere Frauen zu evakuieren, redet die japanische Regierung die Gefahren klein.
  • TEPCO verspricht, in einem dreiviertel Jahr alles unter Kontrolle zu haben und macht den evakuierten Menschen Hoffnung auf Rückkehr in ihre Heimat.
  • Es brauchte vier Wochen bis zum Eingeständnis, dass Fukushima vergleichbar mit Tschernobyl sein könnte.

Fakt hingegen ist:

  • 25 Jahren nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sterben noch immer Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung.
  • Noch immer erkranken Folgegenerationen an Krebs oder werden krank geboren.
  • Die Erde strahlt weiter: mit einer Halbwertzeit von mehreren hundert Jahren.
  • An ein Ende des Super-GAU von Tschernobyl ist nicht zu denken:

TODESFÄLLE: Zwischen 10 000 und mehr als 100 000 Todesopfer hat die Atomkatastrophe je nach Sichtweise bislang gefordert. Die Zahl schwankt, weil oft ein direkter Zusammenhang zwischen Radioaktivität und einer Krankheit oder der Todesursache schwer nachzuweisen ist.

KRANKHEITEN: Über 600 Millionen Menschen in Europa sollen nach Angaben von Atomkritikern gesundheitlich von der Katastrophe in Tschernobyl betroffen sein, weil sie erhöhter Strahlung ausgesetzt sind. Ärzte sehen darin ein Risiko für Krebs und andere Krankheiten.

EVAKUIERUNG: Eine 30 Kilometer große Sperrzone um den Reaktor wird bis heute streng bewacht. Insgesamt war ein Gebiet von mehr als 200 000 Quadratkilometern in der Ukraine, Weißrussland und Russland stark betroffen. Mehr als 100 000 Menschen wurden umgesiedelt.

Die Umweltorganisation Greenpeace hat vor einer weltweit steigenden Strahlenbelastung als Folge der Atomkatastrophe von Fukushima gewarnt. Der Plan des Kraftwerkbetreibers Tepco zur Bekämpfung des Unfalls in den kommenden neun Monaten beruhe auf unbekannten Grundlagen, erklärte der Greenpeace-Experte Christoph von Lieven. „Was Tepco hier sagt, ist einfach unseriös“, sagte von Lieven der Nachrichtenagentur dpa. „Das einzige, was im Moment klar ist, ist, dass weiter Radioaktivität austritt.“

  • Harrisburgh – Tschernobyl – Fukushima. Es reicht. Schluss jetzt. Stilllegen! Ohne Kompromisse!

Fakten lassen sich politisch nicht wegdiskutieren.

Quellen (Auszug): greenpeace.de, dpa; 18.04.2011

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