Risiko: Brennelemente in Abklingbecken

Grundsätzlich müssen alle verbrauchten Brennelemente nach dem Ausbau aus dem Reaktorkern für mindestens ein Jahr unter Wasser mit aktiver Kühlung lagern, um ihre Temperatur auf höchstens 400 Grad zu senken. Diese erste Zwischenlagerung erfolgt direkt am Reaktor in Abklingbecken, die mit borhaltigem Wasser gefüllt sind. Je nach Reaktortyp sind diese Nasslager stärker oder weniger stark gesichert.

  • Risiko Abklingbecken bei Baureihe 69 / Bild: wikipedia.org

    Risiko Abklingbecken bei Baureihe 69 / Bild: wikipedia.org

    Bei Druckwasserreaktoren sind die Nasslager in das Containment aus Beton und Stahl integriert, befinden sich also innerhalb in einer Zone verstärker Sicherheit.

  • Bei den Siedewasserreaktoren der Baureihe 69, zu denen Philippsburg I, Krümmel, Brunsbüttel und Isar-1 gehören, sind die Becken dagegen nur innerhalb des Reaktorgebäudes – außerhalb des Containments – im Obergeschoss gebaut worden.

Damit sind sie bei weitem anfälliger für Störungen. Allerdings versichert etwa das baden-württembergische Umweltministerium, aufgrund einer anderen, einer besseren Strom- und Wasserversorgung als in Japan seien die hiesigen Kraftwerke sicherer. Dennoch soll die Sicherheit der Nasslager zu einem der Hauptthemen bei den kommenden Sicherheitsüberprüfungen werden. Sehr wahrscheinlich sind massive Strahlungsaustritt aus den Abklingbecken tatsächlich nicht, aber das war der Unfall von Fukushima ja auch nicht.

Gerade beim vor sechs Jahren abgeschalteten Kernkraftwerk Obrigheim sind Atomkraftgegner besorgt, dass es durch Erdbeben ähnliche Probleme wie in Fukushima geben könnte. Fast 1.000 Brennelemente lagern in Obrigheim.

In den deutschen Nasslagern befanden sich – Stand: 31.12.09 – insgesamt 10.531 ausgediente Brennelemente, fast die Hälfte davon übrigens allein in Grundremmingen. Für eine längere Lagerung sind diese Becken schlechter geeignet als die Trockenlagerung. Sobald die Brennelemente daher ausreichend abgekühlt sind, werden sie in Castor-Behälter umgeladen und in den AKW-nahen Standortzwischenlagern für weiter 30-40 Jahre geparkt. Dann sei der Inhalt auf unter 200 Grad abgekühlt und soll in ein – bisher nicht existierendes – Endlager gebracht werden.

Das Schutzkonzept Sandortzwischenlager basiert allein auf den Behälter, der einem 800-Grad-Brand eine halbe Stunde standhalten soll. Immerhin besser, als die kaum geschützen Abklingbecken der Siedewasserreaktoren, Baureihe 69.

Quelle (Auszug): blog.tagesschau.de, 13.04.2011

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