Störfall reiht sich an Störfall: AKWs sind Teufelszeug!

Störfälle in Reaktoren reissen nicht ab: Schnellabschaltung in Frankreich, Probleme mit Fremdstromspeisung in Biblis und erneut Schäden nach Erdbeben in Japan.

Im grenznahen und ältesten Atomkraftwerk Frankreichs, Fessenheim, kam es wegen eines Bedienfehlers zu einer Schnellabschaltung. Als Folge stand der Reaktor von Block 1 am Wochenende still. Begonnen hatten die Probleme, als am vergangenen Samstag eine Pumpe im nicht-nuklearen Bereich des Kraftwerks repariert werden musste. Hierfür sei die Stromproduktion von Block 1 gesenkt worden, teilte die Kraftwerkleitung am Donnerstag mit. Als die Leistung nach Ende der Arbeiten einen Tag später wieder hochgefahren werden sollte, sei es zu einem Bedienungsfehler gekommen. Deshalb sei der der Reaktor wegen eines automatisch angehalten worden.

Im abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis A hat nach einem Brand in einer Umspannanlage die Umschaltung auf das Reservenetz versagt. Wie der Betreiber RWE und das hessische Umweltministerium am Donnerstag bekanntgaben, hatten bei der Störung am Montag zwei von vier Versorgungsschienen nicht automatisch umgeschaltet. Der betroffene Block A des Atomkraftwerks sei jedoch weiter über zwei Dieselaggregate mit Strom versorgt worden.

Das neuerliche Beben im Nordosten Japans hat zu Vorfällen in mehreren Atomkraftwerken des Landes geführt. Im Reaktor 2 des Akw Onagawa schwappte leicht radioaktives Wasser aus einem Abklingbecken für Brennstäbe. Die gemessene Strahlung sei aber deutlich unter den Grenzwerten geblieben. Auch an anderen Stellen im Akw wurden kleine Wasserpfützen entdeckt. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Atomsicherheitsbehörde fielen zudem in Onagawa sowie in den Kraftwerken Rokkasho und Higashidori externe Stromversorgungssysteme für Kühlanlagen aus. In jedem der betroffenen Akw liefen aber Notsysteme.

Spaniens ältestes Atomkraftwerk Garona heizt das Wasser des Ebro weit stärker auf als zugelassen. Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch mmitteilte, ergaben Messungen, dass der Meiler die Temperatur des Flusswassers um bis zu 15,7 Grad steigen ließe, etwa fünfmal so viel wie zugelassen. „Die Anlage weist große Probleme im Kühlsystem auf“, betonte Greenpeace-Sprecher Carlos Bravo. Greenpeace wies darauf hin, dass der 40 Jahre alte Meiler fast baugleich sei mit dem Atomkraftwerk von Fukushima in Japan.

Im Atomkraftwerk Brunsbüttel wurde am 06.04. ein Leck im Kühlsystem des Antriebs einer Kühlpumpe gemeldet. Demnach trat aus dem Gehäuse des Umluftkühlers des Elektromotors der Pumpe eines Notfallsystems Wasser aus. Der Schaden sei bei einer Routineüberprüfung entdeckt worden.

Am Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen ist es am 04.04. gegen 14:00 Uhr im konventionellen Teil der Anlage zu einer Schutzabschaltung der Turbine gekommen, in deren Folge Block B vorübergehend vom Netz getrennt wurde. Die Reaktorleistung wurde auslegungsgemäß automatisch auf Mindestlast abgesenkt und der Frischdampf wie für diesen Fall vorgesehen direkt zum Kondensator geleitet. Ab 17:00 Uhr stand Block B dem Strommarkt wieder zur Verfügung.

Entgegen aller Bittbriefe von Gemeinden und Bürgern ans Bundeskanzleramt, die militärischen Übungsflüge einzustellen, wird zum Entsetzen vieler Menschen weiter im Umkreis des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld mit Kampfjets geflogen. Am vergangenen Mittwochabend seien wieder zwei Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II ihre Bahnen um die Mainschleife und das KKG zogen – nur zwei Tage bevor ein Flugzeug genau dieses Typs in der Eifel abstürzte.

Sie sind tennisballgroß und sorgen für Verwirrung. Über den Verbleib von rund 2300 radioaktiven Brennelementkugeln aus den Forschungsreaktor Jülich wird heftig gestritten. Es gab Lieferungen in die Asse und beim Reaktorbetrieb zerstörte Kugeln, die am Boden verblieben sind oder einbetoniert im Zwischenlager stehen. Grundsätzlich aber die Verwirrung: Wo ist der Atommül geblieben?

Im stillgelegten Atomkraftwerk Lingen kam es im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung ungeplant zu einer automatischen Abschaltung der Lüftungsanlage. Ursache war eine Unterbrechung der Spannungsversorgung.

Im Inneren der AKW-Ruine im japanischen Fukushima steht radioaktives Wasser und behindert die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit. Nun greift AKW-Betreiber Tepco zu einer drastischen Maßnahme: Mehr als 11.000 Tonnen kontaminiertes Wasser sollen ins Meer abgelassen werden.

Nach der atomaren Katastrophe in Japan will Bulgarien seine Pläne zum Bau des neuen AKW Belene mit Technik aus Russland aufschieben – allerdings nur für drei Monate. Das AKW ist scharf umstritten: Es liegt mitten in einem Erdbebengebiet.

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Quellen: diverse, siehe: www.contratom.de/nachrichten

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