„Abschalten sofort!“ – Aktivist_innen blockieren AKW Biblis mit Ankettaktion

Am gestrigen Nachmittag (14. März) ketteten sich zwei Aktivist_Innen an ein Zufahrtstor des AKW Biblis. Weitere Menschen sind mit Transparenten vor Ort, um gemeinsam für die sofortige Stilllegung der zwei Reaktoren in Biblis sowie aller Atomanlagen weltweit zu demonstrieren.

„Die Meldungen aus Japan machen mich betroffen aber auch wütend! Jetzt kommt es darauf an, aus Wut und Trauer Widerstand werden zu lassen und möglichst viel Druck auf die Straße zu tragen.“ so Hanna Poddig, eine der Angeketteten. Der Oberrheingraben zählt zu den seismisch aktivsten Zonen Deutschlands. Dort stehen die drei AKW Biblis (bei Darmstadt), Phillipsburg (bei Karlsruhe), sowie ein Meiler im französischen Fessenheim. Das letzte Erdbeben nahe Biblis ereignete sich im Dezember 2010. Die Aktivist_innen bezweifeln, dass die Reaktoren bzw. die Notkühlsysteme ein stärkeres Erdbeben intakt überstehen würden. Die Reaktoren in Biblis waren immer wieder durch Defizite an der Notstromversorgung, defekte Dübel, Kühlwasserprobleme und Kurzschlüsse in der Anlage aufgefallen. „Der nahende 25. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe und die Geschehnisse in Japan führen deutlich vor Augen: Es gibt keine Option außer der sofortigen Stilllegung.“, so ein Aktivist vor Ort.

„Appelle an die Politik sind nutz- und hilflos. Jetzt kommt es darauf an, wach zu werden und Konsequenzen für den eigenen Alltag zu ziehen. Mit dem Wechsel zu garantiert atomstromfreien Energierversorgern wie EWS Schönau, naturstrom, greenpeace energy oder Lichtblick können alle individuell dafür sorgen, dass ihr Geld nicht der Atomlobby zufließt.“, meint einer der Angeketteten.

„Fokushima ist überall“ stand auf gelben Schildern, die nach dem Bekanntwerden der Katastrophe in Japan an vielen Orten gezeigt wurden. „Stillegen. Sofort. Sonst knallt’s … kapiert?“ steht auf einem Transparent, welches vor dem Kraftwerk in Biblis aufgehängt wurde. „Wir haben uns für die Aktionsform der Blockade entschieden, weil wir entschlossenen Widerstand für notwendig halten. Es wäre falsch, abzuwarten und nur auf die Politik zu hoffen – Atomausstieg bleibt Handarbeit!“, so Poddig.

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