Störfallreport: Im Januar schon 6 Ereignisse

Allein im Januar haben wir 6 Störfälle oder Ereignisse in Atomkraftwerken registriert. Höhepunkt war die Meldung eines angerissenen Rohres im AKW Grafenrheinfeld, wobei die Definition von „Sicherheit“ hinterfragt wurde. Betreiber E.ON hält es bis heute nicht für nötig, den Meiler abzuschalten und zu reparieren. Anfang Januar gab es eine „Notbremse“ in Unterweser.

Im Januar 2011 mussten 8 Störfälle, Vorkomnisse oder Abweichungen vom regulären Betrieb in Atomanlagen verzeichnet werden. Davon betreffen 6 deutsche Anlagen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Störungen in Deutschland auf 6, davon 4 meldepflichtige.

04.01.2011 – Reaktorschnellabschaltung im AKW Unterweser am 30.12.2010
Durch eine Störung in der Dampferzeugerfüllstandsregelung an einem der vier Dampferzeuger am 30.12.2010, die zum fehlerhaften Schließen des zugehörigen Regelventils führte, erfolgte eine automatische Reaktorschnellabschaltung des Atomkraftwerk Unterweser. Das berichtet Betreiber E.ON Kernkraft.

11.01.2011 – Ventildefekt in Urananreicherungsanlage Gronau
In Deutschlands einziger Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ist bei einer Überprüfung eines von mehreren Notstromaggregaten nicht angesprungen. Grund war ein Defekt an einem Ventil, wie die atomrechtliche Aufsichtsbehörde im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium mitteilte.

15.01.2011 – E.on-AKW: Experten rätseln über Mini-Riss im Reaktor-Innenbereich
Die Daten waren alarmierend: Sie deuteten auf einen möglichen Mini-Riss im Innenbereich des Atomreaktors Grafenrheinfeld hin. Nach SPIEGEL-Informationen meldete E.on den Vorfall erst Monate später ans Umweltministerium – er sei als ungefährlich eingestuft worden.

Schwerer Störfall im AKW Grafenrheinfeld möglich
Offensichtlich sind sich bayrische Atomaufsicht und Betreiber E.ON Kernkraft einig in der Auslegung von „Sicherheit“: Im AKW Grafenrheinfeld könnte es laut SPIEGEL zu einem schwerwiegenden Störfall kommen. „Kühlmittelverlust“ im Reaktorinnern wegen eines möglichen Rohrleitungsbruchs lautet die Prognose von Experten. E.ON und Atomaufsicht hielten den Defekt monatelang nicht einmal für „meldepflichtig“.

26.01.2011 – Fehlverhalten eines Mitarbeiters im Kernkraftwerk Philippsburg – EnBW Kernkraft GmbH hat umgehend Konsequenzen gezogen
Die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) hat das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium (UVM) als atomrechtliche Aufsichtsbehörde darüber informiert, dass ein Mitarbeiter des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP) interne Informationen zu Schulungszwecken zu seiner eigenen Nutzung auf einer allgemein zugänglichen Internet-Lern-Plattform eingestellt hat. Der Mitarbeiter hat damit gegen interne Regeln zum Umgang mit Informationen verstoßen.

30.01.2011 – Biblis Block B: Geringfügige Undichtigkeit an Lüftungssystem
In Block B des Kraftwerks Biblis wurde bei einer routinemäßigen Prüfung am 20. Januar 2011 an einem Lüftungssystem für den inneren Bereich des Reaktorgebäudes an einer Absperrklappe eine geringfügige Undichtigkeit festgestellt.

  • Störfall-Report
    Monatliche Zusammenfassung aller Vorkomnisse oder Abweichungen vom regulären Betrieb in Atomanlagen, die wir verzeichnen konnten.
  • Störfall-Kalender
    Kalenderblatt mit Störfällen aus den vergangenen Jahren am heutigen Tag.

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