Schwerer Störfall im AKW Grafenrheinfeld möglich

Offensichtlich sind sich bayrische Atomaufsicht und Betreiber E.ON Kernkraft einig in der Auslegung von „Sicherheit“: Im AKW Grafenrheinfeld könnte es laut SPIEGEL zu einem schwerwiegenden Störfall kommen. „Kühlmittelverlust“ im Reaktorinnern wegen eines möglichen Rohrleitungsbruchs lautet die Prognose von Experten. E.ON und Atomaufsicht hielten den Defekt monatelang nicht einmal für „meldepflichtig“.

Bereits im Juni 2010 war laut SPIEGEL E.on bei einer Routinekontrolle eine ungewöhnliche Anzeige aufgefallen, die auf einen möglichen Riss im Bereich eines Thermoschutzrohrs hindeutet. Der mögliche Riss liegt im Innenbereich des Reaktors im nuklearen Teil der Anlage an einer Leitung, die den Hauptkühlkreislauf mit dem Druckbehälter des Reaktors verbindet.

  • Ein Bruch der Leitung würde zu „schwerem Kühlmittelaustritt“ und in der Folge einem in Deutschland so noch nie dagewesenen „Störfall der Stufe 3“ führen, so die Meinung von Experten in der Abteilung für Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums.

E.ON habe nach eigener Aussage gemeinsam mit der Atomaufsicht und dem TÜV Süd den Vorfall untersucht und gemeinsam sei man im Juni zu dem Schluss gekommen, dass der Vorfall unter den offiziellen Meldekriterien gelegen habe. Erst sechs Monate später kurz vor Weihnachten wurde das Ereignis bekanntgegeben:

  • 23.12.2010 – AKW Grafenrheinfeld: Anzeige an einem Thermoschutzrohr
    Die E.ON Kernkraft hat weitergehende Untersuchungen zu einer Ultraschall-Anzeige an der Volumenausgleichsleitung im Bereich des Thermoschutzrohrs durchgeführt. – mehr

Auch das zuständige Referat des Bundesumweltministeriums hatte erst im Dezember von dem Vorgang erfahren und daraufhin eine umgehende Abschaltung des Reaktors gefordert.

  • Offensichtlich sind sich E.ON und die bayrische Atomaufsicht bei der Definition von „Sicherheit“ einig.
  • Wir fordern die sofortige Abschaltung des Reaktors in Grafenrheinfeld!
    E.ON muss wegen Fahrlässigkeit die Betriebsgenehimgung entzogen werden und die Kompetenz der bayrischen Atomaufsicht überprüft werden!

Quellen (Auszug): spiegel.de; 17.01.2011

Ein Kommentar

  1. Ich glaube, dass selbst bei einem Störfall wie in Fukushima oder Forsmark sowohl die Atomindustrie als auch die zuständigen bayrischen Behörden die Bevölkerung noch so lange betrügen und belügen würden, bis den ersen Menschen die Haare ausfallen. Mein Vertrauen in diese Atomlobby – und damit meine ich ausdrücklich auch die staatlichen Behörden – ist gleich Null!
    Was muss denn erst geschehen, damit uns unsere Politiker vor diesem Wahnsinn schützen. Die Asse reicht ja wohl noch lange nicht aus. Ich wünschte mir, dass man die Atom-Politiker erst mal 5 Jahre lang in der Asse Fässer bergen lässt, bevor sie weiteren Pensionsanspruch bekommen. (Der hätte sich dann übrigens erledigt) Ich habe wirklich eine Scheißwut auf diesen Atomklüngel. Eine offizielle Entschuldigung an die Anti-AKW Bewegung wäre das Mindeste, was man verlangen kann, aber Einsicht ist von dieser Bagage nicht zu erwarten!

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