Russland-Castoren gestoppt!

Die Transporte von 18 Castorbehältern aus dem Zwischenlager Ahaus nach Russland wurden gestoppt: Umweltminister Röttgen zweifelt an einer schadlosen Beseitigung des deutschen Mülls in der Wiederaufarbeitungsanlage Majak. Er kommt damit endlich der Forderung nach, dieses gefährliche Vorhaben zu stoppen.

Das Bundesamt ür Strahlenschutz hatte bereits Ende September eine Genehmigung erteilt. Die Städte Hamburg und Bremen stellten sich allerdings quer, die Behälter über ihre Häfen zu verschiffen. Sachsen hatte für den Transport der Castoren bereits 35 Millionen Euro bereitgestellt. Letztlich fehlte noch die Genehmigung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das wiederum beim Bundesumweltministerium die Erlaubnis beantragte. Das Umweltministerium lehnte nun ab.

Eine schadlose Verwertung der Brennelemente ist an dem weltweit am stärksten verstahltesten Ort „nicht möglich“. Deswegen entfalle „gegenwärtig“ die Möglichkeit, die Brennelemente dort wiederaufzuarbeiten. Seine Entscheidung sei „zunächst endgültig“, so Röttgen. Auf die Frage, ob ein Transport zu einem späteren Zeitpunkt infrage kommen könnte, antwortete er ausweichend. Es werde bis zu einer Entscheidung „wohl Jahre dauern können“, sagte der CDU-Politiker.

Nicht vergessen dürfen wir, dass „Wiederaufarbeitung“ mit Entsorgung oder gar „schadloser Entsorgung“ nichts zu tun hat: im Gegenteil entsteht bei den chemischen und physikalischen Prozessen, bei denen die Brennstäbe zerlegt und Material zurückgewonnen wird, noch mehr Müll! Und Majak ist seit einem Unfall im Jahr 1957 noch stärker radioaktiv verstrahlt als Tschernobyl.

Fakt ist auch, dass die Wiederaufarbeitungsanlage seit langem nicht in Betrieb ist – was auch schon bei Beginn der Planungen, die Brennstäbe gemäß internationaler Verträge zurückzuführen, bekannt war.

  • Daher sehen wir die Absage des Transports als Erfolg des Anti-Atom-Protests! Wären die Aktivisten im ganzen Bundesgebiet nicht gegen die Pläne vorgegangen, würden in wenigen Tagen hochradioaktive Atommüllbehälter in die russische Steppe rollen.

Ahaus wird aber im kommenden Jahr Brennpunkt weiterer Atommülltransporte werden: In Jülich warten bereits 152 Castoren für das Zwischenlager, die angeblich 2011 starten sollen. Hintergrund ist die Räumung einer Zwischenlagerhalle auf dem Gelände des Forschungszentrums.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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