Schwabens größte Bedrohung: Gundremmingen ist jetzt Deutschlands größtes Atommülllager

In Gundremmingen lagert heute schon der meiste hochradioaktive Atommüll Deutschlands. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Durch die beschlossene Laufzeitverlängerung könnte es Die Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. appelliert an alle verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, diese apokalyptische Bedrohung für die Bevölkerung nicht zuzulassen.

Laut der Drucksache 17/3776 lagerten zum Stichtag 31.12.2009 im Nasslager des AKW Gundremmingen am meisten hochradioaktiver Atommüll. In allen Nasslagern Deutschlands waren zu dem Zeitpunkt 10.531 verstrahlte Brennelemente, davon alleine 4.214 in Gundremmingen.
Da die Brennelemente von Siedewasserreaktoren wie in Gundremmingen kleiner als die von Druckwasserreaktoren sind, muss man auch das Abfallgewicht in Tonnen Schwermetall und zum dritten die Zahl der Castoren in den Zwischenlagern berücksichtigen.

Raimund Kamm, Sprecher von FORUM: „Aus einem bislang verheimlichten und nun in Auszügen bekannt gewordenen Papiers des Bundesamtes für Strahlenschutz geht hervor, dass bei einer Laufzeitverlängerung am Schluss 255 Castoren mit dem Gundremminger Atommüll gefüllt werden müssten.“ Das Gundremminger Zwischenlager sei allerdings nur für das Abstellen von 192 Castoren bis zum 24. August 2046 genehmigt worden. Bei einer Laufzeitverlängerung müssten am derzeit geplanten Ende, also etwa im Jahr 2030, verstrahlte Brennelemente sowohl in Castoren, wie auch im Nasslager und auch im Reaktor stehen bleiben. „Wir fordern die Poltik auf, diese apokalyptische Bedrohung für die Bevölkerung nicht zuzulassen!“

Bislang werden die verbrauchten Brennelemente aus den Nasslagern, auch Abklingbecken genannt, in Castoren gefüllt und diese werden in Standort-Zwischenlagern neben dem AKW abgestellt. Eine Entsorgung oder Endlagerung gibt es auch 50 Jahre nach Betriebsbeginn des ersten deutschen AKW in keinem Land der Erde.

Rechnet man den Atommüll aus den Nass- und den Zwischenlagern zusammen, lagern in Gundremmingen schon mehr Kilogramm und mehr Radioaktivität als im allbekannten Zwischenlager Gorleben. Hinzu kommt die gewaltige Radiaktivität in den zwei Blöcken B und C. In jedem wird in 784 Brennelementen Uran gespaltet und dadurch die gewaltige Radioaktivität erzeugt.

Nach dem Verstrahlen im Reaktor ist ein Brennelement mehr als eine Milliarde (!) Mal so radioaktiv wie vor dem Reaktoreinsatz. Tödliche wirkende Stoffe wie Cäsium 137, Strontium-90 oder Plutonium 239 sind dann entstanden. Es braucht sogar weit über eine Million Jahre bis die Radioaktivität wieder auf ein naturverträgliches Maß abgeklungen ist.

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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