Atommüll-Endlager Morsleben besetzt

Aktivist_innen von contratom haben heute am Atommülllager Morsleben demonstriert. Sie erkletterten einen Turm auf dem Gelände und hängten dort ein Transparent auf. ´Stoppt das dreckige Atomgeschäft´ lautet der Slogan der Aktivist_innen.

In Morsleben wurden von 1971 bis 1998 radioaktive Abfälle eingelagert.Das ursprünglich als zentrales Endlager der DDR geplante ehemalige Salzbergwerk wurde nach der Wende unter Verantwortung der damaligen Umweltministerin Merkel weiterbetrieben. Der größte Anteil des dort lagernden Mülls wurde zwischen 1994 und 1998 eingelagert, obwohl Morsleben nach bundesdeutschen Standards niemals genehmigt worden wäre. Erst eine Klage von Umweltschützer_innen beendete die Einlagerung. Der Salzstock in Morsleben weist gravierende Sicherheitsprobleme auf. Immer wieder kommt es zu Löserfällen, also zu Teileinbrüchen der Kammern des Bergwerkes. Dies gefährdet die Standsicherheit des Bergwerkes.

„Morsleben bestätigt all unsere Befürchtungen: Es gibt kein sicheres Endlager für Atommüll – die einzig vertretbare Option ist die Einstellung der Produktion weiterer Abfälle, also die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen“, so Hanna Poddig, eine der Aktivist_innen vor Ort.

Das Bundesamt für Strahlenschutz will das Atommülllager Morsleben für die Ewigkeit verschließen. Insgesamt 37.000 Kubikmeter leicht- und mittelaktiver Atommüll sollen für eine Million Jahre in Beton gegossen werden. Ähnlich wie in das marode Atommülllager ASSE II dringt in Morsleben Wasser ein. Dennoch will das BfS mit seinem Genehmigungsantrag beim Umweltministerium in Sachsen-Anhalt unverantwortliche Fakten schaffen.

Jetzt sind die Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt und noch bis zum 21. Dezember kann gegen die Pläne des BfS Einspruch erhoben werden. Verschiedene Kampagnen, Verbände und Initiativen rufen auf, Einwendungen zu sammeln und die verantwortungslosen Pläne des BfS öffentlich zu machen.

„Das BfS versucht, heimlich still und leise Tatsachen zu schaffen. Es wird nicht nach der besten Lösung des Problems gesucht, sondern nach der Methode, die am wenigsten Aufsehen und Kosten verursacht. Verantwortungsvolles Handeln sieht anders aus“, so Jan Becker von contratom.

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Fotos von Publixviewing

Solidaritäts-Aktion „nirgendwo“
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